28.08.2025
Druckerhöhung verstehen: Das Prinzip hinter der Pumpe
Wenn der Wasserdruck im Gebäude nicht ausreicht – etwa in oberen Etagen, bei langen Leitungswegen oder in Stoßzeiten – sorgt eine Druckerhöhungsanlage für den nötigen Ausgleich. Sie wird eingesetzt, um den Wasserdruck im Haus oder in gewerblichen Anlagen konstant zu halten, auch wenn mehrere Entnahmestellen gleichzeitig genutzt werden.
Was genau macht eine Druckerhöhungsanlage?
Im Kern handelt es sich bei einer Druckerhöhungsanlage – auch DEA genannt – um ein System aus einer oder mehreren Pumpen, die automatisch dafür sorgen, dass der gewünschte Druck in ausreichender Menge jederzeit zur Verfügung steht. Wird Wasser entnommen und fällt somit der Systemdruck unter einen definierten Sollwert, startet die Pumpe automatisch. Sobald weniger oder kein Wasser mehr fließt, reduziert sie ihre Leistung oder schaltet sich ab. Ziel ist ein möglichst energieeffizienter und konstanter Betrieb.
Die Technik dahinter – Aufbau und Steuerung
Der Aufbau einer Druckerhöhungsanlage ist heute meist modular: Mehrere mehrstufige Hochdruck-Kreiselpumpen sind parallel geschaltet und werden zentral über eine Steuerungseinheit geregelt. Dabei kommen Frequenzumrichter (VFD) zum Einsatz, die die Drehzahl der Pumpen in Echtzeit an den tatsächlichen Wasserbedarf anpassen. So läuft die Anlage nie unter Volllast, wenn es nicht notwendig ist – was Energie spart und Verschleiß reduziert. Zudem wird die Drehzahl der Pumpe so geregelt, dass das Zuschalten der Pumpen praktisch an den Entnahmestellen nicht spürbar ist.
Bei steigendem Wasserbedarf werden zusätzliche Pumpen automatisch zugeschaltet. Ist die erste Pumpe am Limit, springt die zweite an – und so weiter. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass alle Pumpen gleichzeitig in ihrer Drehzahl angepasst werden, um sich somit den schwankenden Wasserentnahmen anzupassen. Diese Arten der Leistungsstaffelung im Parallelbetrieb sorgt für gleichmäßigen Druck ohne unnötige Lastspitzen.
Drucksensoren messen kontinuierlich den Ist-Wert im System. Sobald eine Abweichung vom eingestellten Sollwert festgestellt wird, reguliert die Steuerungseinheit die Pumpenleistung entsprechend. Das funktioniert vollautomatisch.
Kompaktlösungen für kleinere Anwendungen
Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es sogenannte Einpumpen- Druckerhöhungsanlagen, bei denen Pumpe, Sensor, Steuerung und Frequenzumrichter in einer einzigen Einheit integriert sind. Diese Lösungen sind besonders montagefreundlich sowie kompakt und somit ideal für Installationen in Bereichen mit geringem Platzangebot.
Worauf Fachhandwerker bei der Auslegung achten sollten
Eine korrekte Dimensionierung ist entscheidend für den dauerhaften, störungsfreien Betrieb. Zu den wichtigsten Planungsparametern zählen:
- Das Verbrauchsprofil (Wie viel Wasser wird wann benötigt?)
- Die Anzahl der Verbraucher und deren gleichzeitige Nutzung
- Die benötigte Förderhöhe und Rohrleitungsdimension
- Eventuelle Redundanzanforderungen (z. B. durch Reservepumpen)
- Die Netzversorgungssituation (z. B. Druck am Hausanschluss)
- Die Anforderungen des Aufstellraumes (z. B. Platz oder zulässige Geräuschpegel)
Moderne Druckerhöhungsanlagen lassen sich mittlerweile problemlos in Smart Building Systeme integrieren. Über Schnittstellen wie Modbus, BACnet oder analoge und digitale Ein- und Ausgänge kann die Anlage in die zentrale Steuerung eingebunden werden – etwa zur Überwachung, Fehlerdiagnose oder zur vorausschauenden Wartung.
Fazit: Druckerhöhungsanlagen arbeiten intelligent, effizient und bedarfsgerecht
Eine gut geplante und richtig eingestellte Druckerhöhungsanlage sorgt zuverlässig für konstanten Wasserdruck – egal ob Ein- oder Mehrfamilienhaus bis hin zum Gewerbeobjekt. Mit moderner Sensorik, drehzahlgeregelten Pumpen und intelligenter Steuerung lässt sich der Betrieb nicht nur stabilisieren, sondern auch deutlich energieeffektiver gestalten.
Ob als kompakte Einzelpumpe oder als Mehrpumpen-System – Druckerhöhungsanlagen sind heute Hightech-Komponenten der Haustechnik. Experten aus dem Fachhandwerk profitieren bei Auswahl, Planung und Inbetriebnahme von passgenauen Lösungen – technisch durchdacht, wirtschaftlich sinnvoll und auf den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnitten.