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Vorwort von
Oliver Hermes

Editorial

Oliver Hermes

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Corona-Pandemie hat Wirtschaft und Gesellschaft auf allen Kontinenten unvermittelt und hart getroffen. COVID-19 beherrschte das Jahr 2020 und hat das globale Leben in nahezu jeder Hinsicht weiter im Griff. Weltweit wurden die sozialen und ökonomischen Aktivitäten drastisch heruntergefahren – mit weitreichenden Folgen. Die Welt wird sich dauerhaft verändern und steht vor einer historischen Bewährungsprobe.

Parallel zur Meisterung der Gesundheitsrisiken bleibt es äußerst wichtig, die Finanzstabilität zu bewahren und eine wirtschaftliche Erholungsphase vorzubereiten. Neben der Solidarität in der Pandemie ist der Zusammenhalt in Wirtschaftsfragen unerlässlich. Protektionismus und Abschottungsmechanismen, das zeigt sich einmal mehr, sind nicht zielführend und erhöhen die ohnehin schon bestehenden Risiken. Globale Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und der voranschreitende Klimawandel können nur länderübergreifend und gemeinsam gelöst werden. Als aktiver Teilnehmer des „UN Global Compact”-Netzwerks ist es für Wilo selbstverständlich, eine gesellschaftlich wie wirtschaftlich multilaterale Weltordnung zu unterstützen. Als global agierendes Unternehmen sind wir uns der unbedingten Notwendigkeit einer Zusammenarbeit in internationalen Kooperationen und Initiativen bewusst. Nur so können wir eine verantwortungsvolle Entwicklung sicherstellen.

GESCHÄFTSBERICHT 2020 UND AUSBLICK – WIE SICH WILO AUF DAS DECOUPLING VORBEREITET

Nachhaltig und Zukunftsorientiert

Mit nachhaltigen Produkten und Systemen ist Wilo Vorreiter und zählt zu den „50 Sustainability & Climate Leaders“ weltweit. An der globalen Nachhaltigkeits- und Klimaschutz-Initiative beteiligen sich Unternehmen, die auf der Grundlage der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen handeln. Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern treiben wir gleichermaßen innovative wie klimafreundliche Lösungen voran und fördern den Dialog mit Politik, Wirtschaft und NGOs. Corporate Political Responsibility als Teil nachhaltigen Handelns ist bei uns gelebte Praxis.

Im Dezember 2020 ist die Wilo Gruppe zudem mit dem renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis in dem Transformationsfeld „Klima“ ausgezeichnet worden. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis honoriert Unternehmen, bei denen Nachhaltigkeit Teil des Geschäftsmodells ist. Wir haben bei Wilo den Anspruch, nicht nur das Thema Energieeffizienz voranzutreiben, sondern zugleich ein digitaler Pionier im Klimaschutzzeitalter zu sein.

Wilo ist systemrelevant und bedient kritische Infrastrukturen

In Ausnahmezeiten wie diesen müssen Unternehmen das langfristig orientierte strategische Denken mit taktischem Geschick, Handlungsgeschwindigkeit und Pragmatismus kombinieren. Die Wilo Gruppe hat gleich zu Beginn der Coronakrise umfangreiche Schritte in die Wege geleitet und eine „Wilo Corona Task Force“ initiiert, die als „Wilo Go-Ahead Task Force“ längst die Zeit nach Corona in den Mittelpunkt gerückt hat. Die Wilo-Strategie ist ebenso vorausschauend wie anpassungsfähig. Auch jetzt bestätigt sie, wie wirksam sie ist. Die Wilo Gruppe als Industrie- und Technologiekonzern leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, systemrelevante Sektoren in vielen Ländern der Welt am Laufen zu halten. Unsere Produkte, Systeme und Services sind ein fundamentaler Bestandteil kritischer Infrastrukturen. Sie bedienen Anwendungen, ohne die ein alltägliches Leben nahezu unmöglich ist. Wir übernehmen auch in Ausnahmezeiten unsere gesellschaftliche Verantwortung, die Wasserwirtschaft, die Gebäudetechnik und Schlüsselindustrien zu versorgen und ihre Prozesse sicherzustellen. Deshalb haben wir im Jahr 2020 unter anderem in den USA, sowie in China, Russland, Frankreich, Italien und Indien Sondergenehmigungen zur Fortführung unserer Produktionstätigkeit erhalten. In keinem unserer Werke musste die Pumpen-Fertigung eingestellt werden. Wilo kann seit Beginn der Corona-Pandemie die Lieferfähigkeit seiner Produkte aufrechterhalten. Dank unseres leistungsfähigen Beschaffungs- und Distributionsnetzwerks garantieren wir eine gleichbleibend hohe Produktqualität und -verfügbarkeit.

Hervorragend aufgestellt und weiterhin auf Wachstumskurs

Mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 1,8 Prozent hat die Wilo Gruppe ihren profitablen Wachstumskurs auch im Berichtsjahr fortgesetzt. Wilo erwirtschaftete ein bereinigtes EBITDA von 181,6 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge betrug 12,1 Prozent. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit blieb mit 161,5 Millionen Euro im Vergleich zum Rekord-Cashflow des Vorjahres nahezu stabil. Der Free Cashflow konnte gegenüber dem Vorjahreswert sogar mehr als verdreifacht werden und erreichte mit 35,6 Millionen Euro ein sehr hohes Niveau. Das Fazit des zurückliegenden Geschäftsjahres lautet also: Auch in den stürmischen Zeiten der Corona-Pandemie haben wir es erneut geschafft, nachhaltiges und profitables Wachstum zu generieren.

Wir justieren unsere Strategien

Die Coronakrise führt die Schwächen und Probleme der derzeitigen Weltwirtschaftsordnung mit all ihren eng verwobenen Wertschöpfungsketten schmerzhaft vor Augen. Unser "region-for-region"-Ansatz schützt uns gerade jetzt vor Verwerfungen, Betriebs- oder Lieferausfällen. Unsere Organisation ist darauf ausgerichtet, in den einzelnen Regionen so viel Dezentralität wie möglich und so viel Zentralität wie erforderlich zuzulassen. In Zukunft werden wir unser Lokalisierungsengagement weiter vorantreiben und immer stärker vor Ort für lokale und regionale Märkte produzieren. Mit Produktionsstandorten in zehn Ländern, darunter die USA, Russland, die Vereinigten Arabischen Emiraten, China und Korea, ist Wilo bereits heute auf allen Kontinenten präsent.

Darüber hinaus kommen unsere Make-or-Buy-Strategien auf den Prüfstand. Dies wird tendenziell dazu führen, dass wir die Wertschöpfungstiefe erhöhen, also mehr selbst produzieren, und zusätzlich Aktivitäten insbesondere für kritische Komponenten wieder in das Unternehmen zurückholen werden. Wir wollen eine unabhängige Unternehmensgruppe bleiben, und das bedeutet auch, dass wir nicht abhängig von einzelnen Lieferanten sein dürfen. Insgesamt stellt sich Wilo künftig auf den Megatrend „Globalisierung 2.0“ ein, denn die Weltwirtschaft wird in Teilen vor allem von Autarkiebestrebungen und Protektionismus bestimmt. Sie wird geprägt sein durch eine stärkere Regionalisierung der Wertschöpfungsketten in den drei großen Wirtschaftszentren Europa, Asien, USA und vom Streben nach Souveränität bei systemrelevanten Gütern.

Wir als Wilo Gruppe sind auf diese Entwicklung mit unserem seit Jahren praktizierten "region-for-region"-Ansatz bestens vorbereitet. Im Rahmen dieses Ansatzes verfolgen wir konsequent das Ziel, regionale bzw. lokale Kundenbedürfnisse mit regional bzw. lokal hergestellten Produkten zu bedienen. Unsere Organisation ist dementsprechend darauf ausgerichtet, so viel Dezentralität wie möglich und so viel Zentralität wie erforderlich zuzulassen. Dabei wollen wir globale Standards und Produkte noch stärker nutzen. Unseren "region-for-region"-Ansatz werden wir in den kommenden Jahren weiter intensivieren. Wilo wird ein zweites Headquarter in Peking für unsere Vertriebsregion Emerging Markets einrichten und zusätzliche Produktionsstätten in China und Indien bauen.

Dank und Anerkennung

Ich möchte an dieser Stelle im Namen des gesamten Vorstands unseren weltweit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meine höchste Anerkennung für das Geleistete und Erreichte zum Ausdruck bringen. Sie alle helfen dabei, dass die Wilo Gruppe ihrem wichtigen gesellschaftlichen Auftrag nachkommen kann. Das Virus hat uns noch solidarischer gemacht. In jeder Hinsicht galt und gilt ein Wort noch mehr als je zuvor: gemeinsam. Wir gehen die vor uns liegenden Herausforderungen auch weiterhin entschlossen, optimistisch und ebenso tatkräftig wie pragmatisch an.