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Stephan Kohler

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03.11.2020

Oliver Hermes zum Tode von Stephan Kohler

Stephan Kohler

Stephan Kohler ist am vergangenen Wochenende verstorben. (Bild: Deutsche Energie-Agentur - dena)

Ich werde ihn als Ratgeber, Fachmann und Freund vermissen.

Stephan Kohler, einer der bekanntesten Energieexperten Deutschlands und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Energie-Agentur dena, ist vergangenes Wochenende im Alter von 68 Jahren verstorben. Mit Stephan Kohler verliere er nicht nur einen Partner im geschäftlichen Umfeld, sondern ebenso einen Freund, so Oliver Hermes, Vorstandsvorsitzender und CEO der Wilo Gruppe und Vorsitzender des Ost-Ausschusses: „Nach jahrelanger Zusammenarbeit ist zwischen Stephan und mir eine ehrliche Freundschaft entstanden. Deshalb geht für mich neben seiner Weisheit und seinem Humor, ein ganz herzlicher Bestandteil von Berlin verloren.“

Der studierte Maschinenbauer Kohler gehörte seit den frühen 1980er Jahren zu den Pionieren des Klimaschutzes in Deutschland und begleitete in verschiedensten Funktionen die deutsche „Energiewende“, die nach dem Jahr 2000 zu einem rasanten Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland geführt hat. Als Leiter der dena wirkte Kohler an zahlreichen Fachkonferenzen und Arbeitsgruppen des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft mit, unter anderem engagierte er sich aktiv im Arbeitskreis Russland, der Deutsch-Russischen Strategischen Arbeitsgruppe und im Petersburger Dialog.

„Wir werden Stephan Kohler schmerzlich vermissen, als Ratgeber und Fachmann, aber auch als großen Freund Osteuropas und unseres Verbandes“, sagte Oliver Hermes. „Gerade im Hinblick auf den Green Deal der EU standen wir bis zuletzt in engem Austausch. Sein Tod trifft uns sehr. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Kohler wurde 1952 in Augsburg geboren. Nach seiner Ausbildung wurde er zunächst als Experte für Kerntechnik und Strahlenschutz bekannt, ehe er 1981 zum Öko-Institut Freiburg wechselte, dessen Fachbereich Energie er 1983 als Leiter übernahm. Bereits zu Zeiten von Michail Gorbatschows Perestrojka knüpfte Kohler Kontakte in die Sowjetunion und baute ab 1988 ein Umwelt-Informationsbüro in Moskau auf. 1991 wurde Kohler Geschäftsführer der neu gegründeten Niedersächsischen Energie-Agentur in Hannover.

Neue Wege zum Klimaschutz

Zur Expo 2000 in Hannover gab er den wegweisenden Band „Neue Wege zum Klimaschutz“ heraus und profilierte sich für die damalige Regierung Gerhard Schröders als Vordenker der Energiewende. Diese konnte er ab dem Jahr 2000 mit der Deutschen-Energie Agentur dena in Berlin aktiv begleiten. Die dena gehört zu 50 Prozent dem Bund und zu weiteren 50 Prozent der KfW, der DZ Bank, der Deutschen Bank und der Allianz. Kohler wurde Gründungsgeschäftsführer und stand von 2006 bis 2014 als Vorsitzender der Geschäftsführung an der dena-Spitze.

Unter Kohler trat die dena dem Ost-Ausschuss bei und entwickelte eine sehr aktive Beratungstätigkeit in Osteuropa. So wurden unter anderem Energieeffizienz-Projekte für Russland, die Ukraine und Zentralasien entwickelt und Solar- und Photovoltaikanlagen in der Region etabliert. Seit 2015 arbeitete Stephan Kohler als geschäftsführender Gesellschafter in zwei Energieberatungsunternehmen, engagierte sich im Beirat verschiedener Stiftungen und Institutionen. Als Fachmann für Energie-Themen war er bis zuletzt auch in Gremien des Ost-Ausschusses aktiv.