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3000 Jahre im Kurzabriss: Die Geschichte der Wasserversorgung

05.08.2020 | Wissen

Water supply

Wir drehen den Hahn auf – und klares Wasser fließt. Was für uns heute selbstverständlich ist, ist das Produkt Jahrhunderte dauernder Entwicklung. Die Geschichte der Wasserversorgung ist lang und wechselvoll – von der Antike bis heute. Wir haben sie zusammengefasst.

Die Antike: Wasserversorgung vor 3.000 Jahren

Schon die Perser wussten zu Beginn der Antike, dass ein Leben ohne ausreichend Frischwasser unmöglich ist. So beginnt die Geschichte der gezielten Wasserversorgung auch im bergigen Nordwestpersien um etwa 700 vor Christus. Der Transport von Wasser in die Städte war beschwerlich, daher erfand man eine kluge Technik: Die Perser nutzten die Schwerkraft, um an den Hängen der Berge durch leicht abfallende Tunnel, die sogenannten Qanāts, Wasser in die Leitungen zu drücken und es in die Städte zu leiten. Einige dieser Qanāts – der längste von ihnen war immerhin rund 72 Kilometer lang – existieren heute noch und werden sogar immer noch genutzt. Vom Flugzeug aus kann man die Verläufe der Leitungen bis heute gut erkennen.

Das alte Rom: Ein echter Quantensprung

Die Römer waren rund 350 Jahre später schon einen großen Schritt weiter. Sie erfanden die sogenannten Aquädukte, das wohl bekannteste Wasserverteilungssystem der Antike. Bei Urlauben in Frankreich und Italien kann man die „wasserführenden Brücken“ auch heute noch entdecken – sowohl die antiken Versionen, als auch zeitgemäße, den heutigen Anforderungen angepasste Bauwerke.

Die Aquädukte, die im gesamten Römischen Reich zwischen 312 vor Christus und 455 vor Christus gebaut wurden, konnten Wasser über viele Kilometer hinweg bewegen und bis in die Städte leiten – selbst Großstädte wie Rom wurden so mit frischem Quellwasser versorgt. Um es den Bewohnerinnen und Bewohnern nach dem Transport von der Quelle in die Städte zugänglich zu machen, bauten die Römer Kanäle und fertigten Rohre, die zunächst aus Materialien wie Ton, Stein, Holz, Blei oder Leder bestanden. Zu Beginn wurden so Brunnen und Bäder versorgt, später durften auch Privathäuser an dieser technischen Errungenschaft teilhaben.

Das Mittelalter: Zurück in die Steinzeit

Das Mittelalter warf die Wasserversorgung weit zurück. Denn: Mit dem Ende des Römischen Reiches gingen im Mittelalter – in der Zeit zwischen 800 und 1.500 nach Christus – auch das Wissen über die Wasserversorgung und die Technik der Römer verloren. Die Germanen erkannten den Nutzen nicht – und ließen die Aquädukte verfallen oder bauten aus ihren Steinen Häuser. Sie sammelten Wasser in Zisternen oder gewannen es wie schon lange zuvor aus Brunnen, Bächen und Flüssen, was zu einer schlechten Wasserversorgung führte. Die Folgen waren katastrophal: Von Hygiene keine Spur, und so war es kein Wunder, dass schwere Krankheiten und Seuchen wie Cholera und Typhus große Teile der Bevölkerung dahinrafften.

Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert: Erfindungen mussten her

Mit dem Aufkommen des Handwerks zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert und vor allem mit der Industrialisierung zeigte sich deutlich, dass es mit der Wasserversorgung so nicht weiter gehen konnte. Man brauchte reichlich Wasser – und sauber musste es sein! Kluge Köpfe erfanden in dieser Zeit zwei Systeme, die ungeahnte Fortschritte mit sich brachten: die Wasserhebemaschine, die durch große Mühlräder Wasser auch in höhere Lagen befördern konnte, und die sogenannten Kolbenpumpsysteme. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch die Dampfmaschine entwickelt und erstmals für Wasserpumpen eingesetzt, sodass nun Trinkwasser direkt in die Häuser geliefert werden konnte.

Den Menschen wurde immer deutlicher: ohne sichere und saubere Wasserversorgung keine blühenden Städte. Einfallsreiche Denker entwickelten daher bereits im 18. Jahrhundert das erste Wasserwerk. Die ärmere Bevölkerung profitierte hiervon aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt stieg aufgrund immer größerer Städte auch der Bedarf an Trinkwasser. Und dafür benötigten die Städte dringend Speichermöglichkeiten! Der Bau von Wassertürmen, meist auf Anhöhen, schaffte Abhilfe. Der Höhenunterschied sorgte für ausreichend Wasserdruck, um nahezu alle Häuser mit Wasser zu versorgen. Der Haken: Durch den Druck gelangte das Wasser nur bis zu den Häusern – und zwar immer nur so hoch, wie der Wasserstand in den Wassertürmen war. Doch die Gebäude wuchsen in die Höhe. Pumpen mussten her, um auch die oberen Stockwerke mit Wasser zu versorgen.

Und heute? Wilo-Druckerhöhungslösungen sorgen für zuverlässige Wasserversorgung – jederzeit.

Das 20. Jahrhundert: Die Technik in der Findungsphase

Inzwischen verfügt jede Kommune über ein komplexes Netzwerk, um Bürgerinnen und Bürger mit Trinkwasser zu versorgen. Denn: Sauberes Trinkwasser ist ein Menschenrecht. Laut Statistischem Bundesamt kommen 61 Prozent unseres Trinkwassers aus dem Grundwasser, zwölf Prozent aus Talsperren, acht bis neun Prozent aus Quellwasser und nur ein Prozent aus den Flüssen. Dieses Wasser wird in den Wasserwerken so aufbereitet, dass es die in Deutschland geltenden hohen Anforderungen an das Trinkwasser erfüllt. Über das öffentliche Leitungsnetz gelangt es dann zu den Häusern.

Die Technik, um das Wasser nicht nur zu den Häusern, sondern auch in die Häuser – und all ihre Stockwerke – zu befördern, hat in den vergangenen Jahrzehnten einen großen Sprung gemacht. In den 1940er Jahren wurden die oberen Stockwerke noch über Tanks auf dem Dach versorgt, in die über eine Wasserleitung Trinkwasser gepumpt wurde. Diese Technik hat sich allerdings nicht halten können: Die Tanks waren nicht nur den Elementen ausgesetzt, sondern oft auch durch Vögel stark verunreinigt. In den Jahren um 1960 wurden sie daher bereits durch Drucktanksysteme ersetzt, die durch einen Luftkompressor das Wasser nach oben drückten.

Heute: Druckerhöhungsanlagen – sicher, sauber, leistungsstark

Längst sind heute Druckerhöhungsanlagen der Stand der Technik. Sie kommen zum Einsatz, wenn der Wasserdruck nicht ausreicht – sowohl im öffentlichen Netz, also auf dem Weg zum Gebäude, als auch im Gebäude selbst. So kommt auch im 30. Stock eines Hochhauses sauberes Trinkwasser aus dem Hahn – und zwar: jederzeit. Die innovativen Wilo-Druckerhöhungsanlagen: Zuverlässige, leistungsstarke, individuell angepasste Druckerhöhungslösungen für jeden Anwendungsfall. Klar: immer gemäß den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Für maximale Sicherheit für Sie und Ihre Kundinnen und Kunden.

Übrigens: Schon gewusst? Wilo-Druckerhöhungsanlagen werden ab Werk nicht nur chemisch, sondern auch thermisch desinfiziert, bevor sie mit verschlossenen Rohrenden und in einer Schutzverpackung ausgeliefert werden. Und für noch mehr Sicherheit gibt’s Wilo-ThermoDes mobil. Der Wilo-Werkskundendienst desinfiziert die Druckerhöhungsanlagen dabei mithilfe der mobilen WiloThermoDes-Box direkt vor dem ersten Einbau oder im wieder ausgebauten Zustand. Erfahren Sie hier mehr.