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5000 Jahre Wasserkraft - wie aus dem Schöpfrad ein Wasserkraftwerk wurde

11.04.2019 | Wissen

Heutzutage wird der Begriff „Wasserkraft“ meistens mit nachhaltiger Energiegewinnung in Verbindung gebracht. Doch bis dahin war es ein weiter Weg: Schon seit Jahrtausenden nutzt die Menschheit das Wasser, um sich das Leben und die Arbeit einfacher zu machen. Ein kleiner Überblick über die Geschichte der Wasserkraft vom alten Ägypten bis zur Energiewende.

Wasserkraft ist neben der Windkraft eine der am frühesten genutzten Energiequellen –nach dem Holz, das schon in der Steinzeit Lagerfeuer am Brennen hielt. Es gibt Hinweise darauf, dass bereits vor 5.000 Jahren in China und Mesopotamien erste Schöpfräder mit Gefäßen aus Bambusrohr oder Ton gebaut wurden. Aus derselben Zeit stammen Abbildungen von Segelbooten in Ägypten. In Europa hat die Nutzung des Wasserrades seine Wurzeln in der Antike: Griechische Ingenieure entwickeln erste Pumpen und Wasserräder. Diese kommen sogar schon als Antrieb für Arbeitsmaschinen zum Einsatz.

Der früheste Fund einer Wassermühle auf deutschem Boden wurde an dem Fluss Inde bei Aachen in Nordrhein- Westfalen gemacht und stammt aus der Zeit um Christi Geburt. Bis zur Verbreitung von Wassermühlen in Mitteleuropa vergehen jedoch noch tausend Jahre. Sie werden meist zum Mahlen von Getreide und dem Schleifen von Steinen verwendet.

Im 9. Jahrhundert nach Christus etablieren sich neue, leistungsstärkere Arten von Wasserrädern. Diese werden vor allem bei der Verarbeitung von Erzen und in Hammerschmieden für die Formung von Werkstücken genutzt. Zu einer weiteren Leistungssteigerung kommt es im 13. Jahrhundert. Besondere Anwendungsmöglichkeiten eröffnet hierbei das Kehrrad: Es verfügt über zwei nebeneinanderliegende, aber gegenläufig angeordnete Schaufelkränze. Es wird vor allem im Bergbau zum Materialtransport eingesetzt.

Im 18. Jahrhundert kommen zum Abpumpen von Wasser aus den Stollen nun auch Dampfmaschinen zum Einsatz. Doch nicht überall stehen genügend Brennstoffe für diese moderne Technologie zur Verfügung. Als leistungsstarke Alternative werden sogenannte Wassersäulenmaschinen eingerichtet. 1824 erfindet Claude Burdin auf dieser Grundlage schließlich die erste Turbine.

Die Turbine etabliert sich nach und nach als Antrieb von Generatoren zur Stromerzeugung. Mitte des 19. Jahrhunderts setzt sich ein immer breiterer Einsatz von Elektrizität durch. Durch die Umwandlung von Wasserkraft in Elektrizität kann die gewonnene Energie nun auch über den Produktionsort hinaus genutzt werden. Erste Wasserkraftwerke entstehen: 1895 geht das erste Großkraftwerk der Welt am nordamerikanischen Fluss Niagara in Betrieb. Im Jahre 1898 werden in Europa die Kraftübertragungswerke Rheinfelden errichtet, die ebenfalls mit der Kraft aus Flüssen arbeiten. Bis heute ist die Wasserkraft ein wichtiges Element für eine nachhaltige Stromerzeugung. Gerade im Zuge der Energiewende ist sie gefragter denn je.