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Klimaschutz: So finden wir den Weg aus der Krise

18.11.2020 | #forabetterclimate

Climate Change

Dass sich das Klima wandelt, ist wissenschaftlich bewiesen. Der Konsens: Wir müssen uns anpassen. Inwiefern muss sich unsere Lebensweise ändern, damit wir wieder im Einklang mit der Natur agieren? Lösungsansätze, wie wir das Klima – und damit auch uns – besser schützen können.

Die Erde erwärmt sich zu schnell und zu stark. Beim Klimagipfel 2015 in Paris haben fast 200 Staaten unterzeichnet, die Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen: Sie darf höchstens 1,5 Grad Celsius betragen. Nur so können wir Risiken minimieren. Was passieren muss, damit wir mit dem sich ändernden Klima leben können, haben wir für Sie aufgeschrieben.

Grundbedürfnisse sicherstellen, Wälder aufforsten und Städte smart gestalten

Für unsere Existenz sind sie essenziell: Nahrung und Trinkwasser. Weltweit sind rund 800 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Durch die Klimakrise wird der Zugang zu lebensnotwendigen Grundbedürfnissen noch knapper. In den ärmsten Regionen der Welt gibt es ca. 500 Millionen Kleinstfarmen, die für 80 Prozent der Lebensmittelproduktion zuständig sind. Sie müssen finanziell unterstützt werden, um die Nahrungsmittelsicherheit zu verbessern. Außerdem müssen Menschen, die in Gebieten mit starken Wetterextremen leben, geschützt werden. So würde auch einer Klimaflucht vorgebeugt werden.

Eine weitere Maßnahme: weltweiter Stopp von Waldrodungen. Bäume nehmen nämlich anthropogenes CO2 auf und gelten daher als effiziente Klimaschützer. Statt sie zu roden, sollte aufgeforstet werden. Und das nicht nur in ländlichen Gebieten. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, wo 75 Prozent der weltweiten Energieemissionen produziert werden. Insbesondere in diesen Regionen ist es unerlässlich, auf einen nachhaltigen grünen Umbau der Infrastruktur, der Hausisolierung und der Energieproduktion zu setzen.

Die Wenden: Energie, Wirtschaft, Agrar und Transport

Wer das Klima schützen möchte, muss sich dem Wandel stellen. Allen voran: dem Energiewandel. Kohle, Atom, Erdgas und -öl – die fossilen und Kernbrennstoffe sind nicht nur klima- sondern auch gesundheitsschädlich. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 91 Prozent der Weltbevölkerung gesundheitsschädlicher Luft ausgesetzt. Setzen wir auf grüne Energien, würde das auch unsere Gesundheit verbessern und gleichzeitig weniger Kosten im Gesundheitsbereich bedeuten. Sonne, Wind, Wasser, Geothermie, Biogas – sie alle sind erneuerbar und werden deshalb als grüne Energien bezeichnet. Der Wandel zu dieser Art von Energieerzeugung ist wichtig: 65 Prozent der von uns genutzten Energien müssen erneuerbar sein, damit wir bis 2050 zumindest unter 2 Grad Celsius bleiben. Dazu müsste der Ausbau der erneuerbaren Energien 7-mal schneller vorangehen.

Übrigens: Pumpen verbrauchen weltweit 10 Prozent der elektrischen Energien. Würden allein alle Heizungs-, Kälte- und Klimapumpen auf hocheffizient umgestellt werden, könnte man 80 große Kohlewerke abbauen. Hier finden Sie alle Informationen rund um den vorgezogenen Pumpentausch und die staatliche Förderung.

Unserer Lebensweise bedarf es zurzeit eineinhalb Erden pro Jahr – gemessen an den Ressourcen, die wir verbrauchen. In diesem Jahr war der „Earth Overshoot Day“ – also der Tag, an dem wir unsere jährlich zur Verfügung stehenden Rohstoffe verbraucht haben – am 22. August. Je früher dieser Tag im Jahr ist, desto mehr Ressourcen wurden aufgebraucht. Dass Rohstoffe zukünftig eingespart werden müssen, ist selbsterklärend. Eine grüne Wirtschaftswende kann helfen, sodass schnell nachwachsende Rohstoffe verwendet, Verpackungen verringert und Recycling-Systeme verbessert werden. Der Usus: Qualität statt Quantität. Es könnte das Ende des stetigen Wachstums bedeuten – und der Anfang der „Grünen Effizienz“.

Die Landwirtschaft macht rund 32 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus. Die Hälfte davon betreffen die Tierproduktion, 48 Prozent die Futterherstellung und 2 Prozent Transport und Verarbeitung. Den größten Anteil an den Emissionen hat der Methan- und Lachgasausstoß. Dieser entsteht beim Verdauungsprozess der Tiere, aus Wirtschaftsdüngern und durch Lagerungsprozessen von Gärresten. Damit sich der insgesamte CO2-Fußabdruck verringert, müssten wir unseren Fleischkonsum reduzieren. So könnte die Massentierhaltung ab- und die Weidehaltung zunehmen. Dann müsste auch weniger Zusatzfutter produziert werden. Hierzu bedarf es neuen Tierhaltungsgesetzen.

Ein weiterer Verursacher von CO2-Emissionen ist der Transportsektor. 23 Prozent der globalen Treibhausgase werden hier verursacht, momentan steigt dieser Wert pro Jahr um 2,5 Prozent. Die meisten Emissionen entstehen auf der Straße, 12 Prozent in der Luft und 10 Prozent auf dem Wasser. Allein in Deutschland ist die Pkw-Dichte im vergangenen Jahrzehnt um 13 Prozent gestiegen. 48 Millionen Autos sind angemeldet – ein Rekordwert. In Wien gibt es mehr Menschen mit Dauerkarte für den öffentlichen Personennahverkehr als Autobesitzerinnen und -besitzer. Warum? Eine Jahreskarte kostet nur 365 Euro. Damit sich mehr Menschen gegen das eigene Auto entscheiden, müssen Alternativen attraktiver gestaltet werden: Nahverkehr ausbauen, Städte radfreundlicher machen.

Vorreiter des Klimaschutzes

Betrachtet man die Maßnahmen in ihrer Gesamtheit, wirkt es fast unmöglich, all das umzusetzen. Dabei gibt es sie bereits überall auf der Welt – die Vorreiter des Klimaschutzes:

Klimavorreiter 2