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Spürbare Folgen des Klimawandels: Wie unsere Umwelt leidet

04.11.2020 | #forabetterclimate

fire in forest

Das Klima verändert sich. Und damit auch die Welt wie wir sie kennen. Laut Expertinnen und Experten ist die Durchschnittstemperatur in Europa um 2 Grad Celsius gestiegen. Was bedeutet das für uns und unsere Umwelt? Ein Einblick in die Folgen der Erderwärmung.

„Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“, fragte sich einst Rudi Carrell. Das war 1975. Denn früher sei alles besser gewesen: „Und was wir da für Hitzewellen hatten / Pulloverfabrikanten gingen ein / Dann gab es bis zu 40 Grad im Schatten / Wir mussten mit dem Wasser sparsam sein“, sang er weiter. Was damals den Sommernörglerinnen und -nörglern eine Stimme verlieh, wirkt heute fast angsteinflößend realistisch.

Mittlerweile werden Temperaturextreme wie Hitzewellen nämlich häufiger, intensiver und länger. Seit 1980 steigen die Temperaturen an Land und in Ozeanen. Schon jetzt verstärken sich Hitzewellen in einigen Regionen gewaltig – bis zu fünfmal häufiger treten sie in Europa auf. Zukünftig werden tropische und subtropische Regionen besonders stark betroffen sein. 2018 wurde bereits der Rekord für die höchste jemals in Afrika gemessene Temperatur gebrochen: 51,3 Grad Celsius in Algerien.

Von Starkregen bis Dürren

Pakistan hatte mit 50 Grad Celsius nicht nur einen heißen Sommer, sondern auch bis zu 92 Prozent mehr Regen, was zu verstärkten Überflutungen führte. Auf der einen Seite intensivieren sich weltweit Starkregen und Hurrikans. Und auf der anderen Seite breiten sich Dürren und Wasserknappheit aus. Flüsse vertrocknen, Waldbrände nehmen zu.

Ein Beispiel: die australischen Brände. Von Herbst 2019 bis Frühjahr 2020 wurden insgesamt mehr als siebzehn Millionen Hektar Land verwüstet. Mindestens 33 Menschen kamen ums Leben und drei Milliarden Tiere sind Schätzungen zufolge gestorben. Die Brände seien „eine der schlimmsten Katastrophen für die Tier- und Pflanzenwelt in der Geschichte der Neuzeit“, so Dermot O'Gorman, CEO der Umweltorganisation WWF Australien.

Australische Brände sind keine Neuheit. Aber: Das Risiko für schwere Brände ist deutlich gestiegen. Auch Gebiete, in denen nur selten Feuer vorkommt, sind mittlerweile betroffen. Dass das auf den mitunter menschengemachten Klimawandel zurückzuführen ist, beweisen wissenschaftliche Studien.

Wenn Eisschilde schmelzen, wird das Süßwasser rar

Eine weitere Folge der Erderwärmung: die beschleunigte Eisschmelze. 1979 begann die NASA, mit mehreren Satelliten die Eismassen weltweit zu vermessen. Seitdem hat sich die Eis auf den Meeren um 1.800 Millionen Quadratkilometer reduziert. Die Wissenschaft vermutet, dass dies auch für die direkten Hitzewellen in Europa verantwortlich sei. In Zukunft könnte das europäische Klima dadurch sogar schneller als im globalen Durchschnitt erwärmt werden. Erste Indizien gibt es: Die historische Durchschnittstemperatur wurde im Jahr 2018 bereits um 2 Grad Celsius übertroffen.

Dass grönländische Eisschilde oder die Himalaya-Gletscher tauen, lässt nicht nur den Meeresspiegel steigen, sondern bereitet ein weiteres Problem: weniger Süßwasserreserven. Diese machen nur 2,5 Prozent der gesamten Wasserreserven der Erde aus – der Rest besteht aus Ozeanen, also salzhaltigem Wasser. Diese 2,5 Prozent werden wiederum aus Permafrost, Grundwasser und – zu 68,7 Prozent – aus Gletschern gewonnen. Schmelzen die Gletscher, verschwindet der Süßwasservorrat zu großen Teilen. Die Folge: Trinkwasserknappheit.

Aussterbende Artenvielfalt: Rückgang um rund 60 Prozent

Erwärmt sich die Erde, erwärmt sich damit auch das Wasser. Das stellt gerade für Korallen eine große Gefahr dar. Normalerweise ernähren sich diese von Algen. Ist das Wasser zu warm, produzieren Algen Gift statt Zucker, sodass die Koralle ihren überlebenswichtigen Partner abstößt. Damit verliert sie nicht nur ihre Farbe – genannt Korallenbleiche –, sondern verhungert auch. Warum Korallenriffe so wichtig sind? Sie sind eine der ökologisch vielfältigsten Lebensräume. Rund 25 Prozent der Lebewesen im Ozean hängen direkt von ihnen ab.

Das größte natürlich entstandene Korallenriff erstreckt sich mit 2.300 Kilometern längs der Ostküste Australiens: das Great Barrier Reef. Im Februar dieses Jahres analysierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Zustand des Riffs. Noch nie war die Temperatur der Wasseroberfläche so hoch, noch nie war das Ausmaß der Korallenbleiche so groß wie in diesem Jahr. 60 Prozent der Korallen seien schwer betroffen, mindestens zehn Jahre bräuchten sie, um sich wieder zu erholen.

Nicht nur die erhöhte Wassertemperatur beeinflusst Lebewesen. Auch Dürren und Überflutungen verändern ihre Lebensräume radikal. Insgesamt sind mehr als 26.500 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Die weltweite Artenvielfalt ist in den letzten Jahren um rund 60 Prozent zurückgegangen – die Biodiversität nimmt ab.

Der Klimawandel beschleunigt Trends wie diese, beeinflusst Land und Ozeane, Pflanzen und Tiere. Inwiefern sind wir als Bevölkerung von den Veränderungen betroffen? Das erfahren Sie nächste Woche im dritten Teil unserer Wilo-Themenreihe #forabetterclimate.

Wussten Sie’s schon? Wilo wurde zu einem der „50 Sustainability und Climate Leaders“ ernannt. Neben 49 anderen weltweit agierenden Unternehmen arbeitet Wilo auf der Grundlage der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der UN. Zusammen leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, nachhaltigem Handeln und soziale Gerechtigkeit.