Infrastruktur sichern. Überflutungen vermeiden. Abwassersysteme resilient aufstellen
Wird Abwasser nicht mehr zuverlässig abgeleitet, wird aus technischer Infrastruktur schnell ein gesellschaftliches Risiko. Überflutete Straßen nach Starkregen, Geruchsbelästigung in Wohngebieten, überlastete und marode Pumpstationen oder ungeplante Einleitungen in Gewässer – die Folgen sind unmittelbar sichtbar und politisch sensibel. Gleichzeitig bleibt das System selbst unsichtbar: unter der Erde, verborgen in Schächten, abhängig von Technik, die vielerorts seit Jahrzehnten im Einsatz ist.
Früher wurden Kanäle für andere Rahmenbedingungen wie gleichmäßigere Durchflussmengen und geringere Feststoffanteilen geplant. Heute treffen geringere Spülmengen durch Wassersparmaßnahmen auf steigende Belastungen durch Grobpartikel. Ablagerungen nehmen zu, Verstopfungen häufen sich, und die Bildung von Schwefelwasserstoff führt zu Säurekorrosion sowie Geruchsentwicklung.
Bei Starkregen hingegen gelangen in kürzester Zeit enorme Wassermengen ins System. Mischwasserkanäle geraten an ihre Kapazitätsgrenzen, Pumpstationen laufen am Limit – Überflutungen und kostenintensive Notmaßnahmen sind die Folge.
Gleichzeitig wachsen Städte weiter und neue Siedlungsflächen entstehen dort, wo bislang keine leistungsfähige Entwässerungsinfrastruktur vorhanden ist. Neubaugebiete ohne Netzanbindung, ländlich gelegene Gebäude oder topografisch anspruchsvolle Lagen ohne natürliches Gefälle erhöhen die planerische und technische Komplexität zusätzlich.
Parallel steigen die Anforderungen an Transparenz, Energieeinsatz und Dokumentation. Mit der novellierten Urban Waste Water Treatment Directive (UWWTD) gelten strengere Vorgaben für:
- Sammlung und Ableitung von Abwasser
- Monitoring und Nachweisführung
- den Umgang mit Regen- und Mischwasserüberläufen
- die Minimierung von Leckagen
- die Reduzierung von Überläufen
- die nachvollziehbare Begrenzung von Umweltauswirkungen
Abwassersammlung und -transport stehen damit unter doppeltem Druck:
Bestehende Systeme sicher betreiben und gleichzeitig neue Infrastrukturen schaffen, die Extremwetter, veränderte Abwasserzusammensetzungen und neue regulatorische Vorgaben beherrschen. Wer jetzt nicht strategisch modernisiert, riskiert steigende Betriebskosten, wachsende Haftungsrisiken und einen Vertrauensverlust in die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Versorgung.
Unsere Lösungen für eine zukunftsfähige Abwasserinfrastruktur
Von der gesetzlich geforderten Netzerweiterung kleiner Gemeinden über leistungsfähige Pumpstationen bis hin zur intelligenten Kanalnetzsteuerung – wir unterstützen Kommunen dabei, ihre Abwasserinfrastruktur dauerhaft sicher, effizient und resilient auszurichten.
Pumpstationen modernisieren mit System – sicher, integriert, zukunftsfähig
Abwasserpumpstationen arbeiten 24/7 unter hoher mechanischer und hydraulischer Belastung. Viele dieser Anlagen sind seit Jahrzehnten in Betrieb. Veraltete Schalttechnik, fehlende Transparenz über den Anlagenzustand und steigende Feststoffanteile im Abwasser erhöhen das Risiko von Verstopfungen, Ausfällen und ungeplanten Einsätzen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Energieeinsatz, Dokumentation und Betriebssicherheit.
Wir verstehen die Modernisierung von Pumpstationen als gezielte Stärkung der gesamten Abwasser-Infrastruktur.
Auf Basis einer hydraulischen und technischen Bestandsanalyse entwickeln wir Lösungen, die Verstopfungsrisiken reduzieren, die Anlagenverfügbarkeit erhöhen und den Energieverbrauch bedarfsgerecht steuern. Moderne Pumpentechnologie, intelligente Steuerungen und die nahtlose Integration in bestehende Leitsysteme schaffen Transparenz – ohne gewachsene Strukturen unnötig aufzubrechen.
So entsteht eine leistungsfähige, digital anschlussfähige Pumpstation, die auch unter wechselnden Lastbedingungen zuverlässig arbeitet. Weniger überraschende Stillstände, planbare Wartung und ein stabiler Betrieb unter Extremwetterbedingungen sind das Ergebnis und damit ein entscheidender Schritt zu mehr Sicherheit und Zukunftsfähigkeit in der Abwassersammlung und im Abwassertransport.
Jetzt Kontakt aufnehmenEntwässerung in ländlichen Gebieten
Druckentwässerung mit Wilo-Nexos Intelligenz
Nicht jedes Gebiet lässt sich wirtschaftlich über ein klassisches Freigefällesystem erschließen. In zersiedelten Regionen, Neubaugebieten ohne bestehende Netzanbindung, Ferienhausarealen mit stark schwankender Auslastung oder topografisch anspruchsvollen Lagen stoßen konventionelle Lösungen schnell an technische und finanzielle Grenzen. Tiefe, groß dimensionierte Rohrgräben erhöhen die Investitionskosten und verlängern Bauzeiten – und dennoch bleiben die Systeme anfällig für Ablagerungen und Überlastungsspitzen.
Druckentwässerung schafft hier neue Flexibilität
Mit kleinen, flexibel verlegbaren Druckrohrleitungen und dezentralen Pumpstationen wird Abwasser unabhängig vom natürlichen Gefälle transportiert. Der Tiefbauaufwand sinkt, die Erschließung wird auch bei schwierigen Bodenverhältnissen oder hohen Grundwasserständen planbarer. Gleichzeitig erfordern schwankende Zulaufmengen eine intelligente Steuerung: Gleichzeitig erfordern schwankende Zulaufmengen eine intelligente Steuerung: In der Praxis werden Leitungen häufig bis zu 70 % der Zeit unterhalb optimaler Fließgeschwindigkeiten betrieben, was zu häufigen Verstopfungen, Geruchsbildung und erhöhtem Energieeinsatz führt.
Mit Wilo-Nexos Intelligence werden einzelne Pumpstationen digital vernetzt und als Gesamtsystem gesteuert. Zulaufspitzen können gezielt verteilt, Mindestfließgeschwindigkeiten in Schwachlastphasen sichergestellt und Betriebsdaten transparent ausgewertet werden. So entsteht ein steuerbares, energieoptimiertes Entwässerungssystem, das sich realen Lastprofilen anpasst, Wartung planbar macht und die Grundlage für eine wirtschaftliche, resiliente Abwasserentsorgung schafft.
Mehr zu Nexos NET-IntelligenceStadtentwässerung neu gedacht – urbane Resilienz konsequent umgesetzt
Wenn Starkregen innerhalb weniger Minuten ganze Straßenzüge unter Wasser setzt, wird deutlich, wie stark urbane Räume unter Druck stehen. Enorme Wassermengen strömen in die Kanalisation, Pumpstationen laufen am Limit, Rückstau und Überflutungen drohen.
Zugleich erleben Städte längere Trockenphasen und überhitzte Quartiere. Geringere Abflüsse und unzureichende Fließgeschwindigkeiten führen zu Ablagerungen in Kanälen, Geruchsproblemen und erhöhtem Reinigungsaufwand. Die bestehende Infrastruktur stößt an ihre Grenzen.
Wir verstehen Stadtentwässerung als ganzheitlichen Ansatz, der moderne Regenwasserbewirtschaftungskonzepte und ein integriertes Kanalnetz-Management miteinander verbindet. Grundlage ist eine ganzheitliche hydraulische Konzeption, die Rückhalt, kontrollierte Ableitung und Gewässerschutz miteinander verbindet.
Wir verstehen Stadtentwässerung als ganzheitlichen Ansatz, der moderne Regenwasserbewirtschaftungskonzepte und ein integriertes Kanalnetz-Management miteinander verbindet. Grundlage ist eine ganzheitliche hydraulische Konzeption, die Rückhalt, kontrollierte Ableitung und Gewässerschutz miteinander verbindet.
Präzise Abflusssteuerungen, Abflussbremsen sowie funktionelle Stauschilde und Wehranlagen ermöglichen eine bedarfsgerechte Regulierung der Wasserstände in Kanälen und Bauwerken. In Verbindung mit effizienten Regenwasserbehandlungsmaßnahmen lassen sich vorhandene Speicherräume bestmöglich nutzen, die Entlastungshäufigkeit an Überläufen reduzieren und Schadstoffeinträge in Gewässer begrenzen.
Neben zentralen Maßnahmen gewinnen dezentrale Regenwasserbewirtschaftungskonzepte zunehmend an Bedeutung.
Das sogenannte Schwammstadt-Prinzip verfolgt das Ziel, Regenwasser möglichst dort zurückzuhalten, wo es anfällt, und den natürlichen Wasserkreislauf in urbanen Räumen zu stärken. Dazu gehören Maßnahmen wie Stadtbegrünung, Versickerungsflächen oder die Nutzung von Regenwasser sowie dezentrale Vor-Ort-Behandlungsmaßnahmen bei belastetem Niederschlagswasser.
Angesichts zunehmender Starkregenereignisse spielt zudem der gezielte Hochwasserschutz eine zentrale Rolle. Regenrückhaltebecken können Abflussspitzen aufnehmen und Regenasser kontrolliert in Gewässer einleiten. In Kombination mit technischen Hochwasserschutzmaßnahmen lassen sich Überflutungsrisiken und Schadenspotenziale in urbanen Räumen deutlich reduzieren.
Mit ganzheitlichen Konzepten für Regenwasserbewirtschaftung und Hochwasserschutz unterstützen wir Städte dabei, ihre Entwässerungsinfrastruktur resilient auszurichten, Gewässer zu schützen und urbane Lebensräume langfristig sicher und lebenswert zu gestalten – auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen.
Kontaktieren Sie unsere ExpertenGemeinsam Infrastruktur sichern
Abwassersammlung und -transport sind kritische Infrastruktur. Ihre Modernisierung entscheidet über Versorgungssicherheit, Umwelt- und Gewässerschutz sowie wirtschaftlichen Betrieb.
Lassen Sie uns gemeinsam analysieren, wo Ihr System heute steht und wie es sich technisch, hydraulisch und betrieblich zukunftsfähig aufstellen lässt.
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