Suche
Kontakt
E-Mail
Katalogerstellung
Meine Favoriten

31.03.2022

#ZUKUNFTSMUSIK

Wie heizen wir in Zukunft? 3 Ansätze mit Potenzial

Heating

Das Heizen mit fossilen Energieträgern wie Kohle, Heizöl und Erdgas ist ein Auslaufmodell, das Ziel der Energiewende ist klar definiert: Weg von endlichen Brennstoffen, hin zu regenerativen Technologien – und zwar nicht nur in großen Neubauprojekten, sondern auch in Bestandsgebäuden. Dieser Forderung wird von Seiten des Gesetzgebers schon seit einigen Jahren mit Gesetzen und Verordnungen Nachdruck verliehen, zuletzt mit dem Erneuerbare Energie Wärmegesetz (EEWärmeG). Wie also könnte die Zukunft des Heizens aussehen, in der eine Heizung uns nicht nur mit Wärme versorgt, sondern dabei auch noch die Umwelt schont? Lesen Sie, welche Lösungsansätze die Planung innovativer und nachhaltiger Heizsysteme in Zukunft bestimmen werden.

Ansatz 1: Heizen mit (grünem) Strom

Wie setze ich die Wärmepumpe noch effizienter ein?

Welcher Heizung gehört die Zukunft? Der schon etablierten Wärmepumpe? Der aktuelle Trend spricht für diese Heiztechnologie: Forciert durch Förderprogramme kommen die Wärmeerzeuger immer häufiger auch in Bestandsbauten zum Einsatz. Insgesamt 120.000 Heizungswärmepumpen wurden laut der gemeinsamen Absatzstatistik des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) im Jahr 2020 in Deutschland installiert – ein Plus von 40 % gegenüber dem Vorjahr.

Schon jetzt sind Wärmepumpen deutlich klimafreundlicher als Erdgasheizungen, nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts liegt der CO2-Einspareffekt im europäischen Vergleich bei 60 Prozent und in Deutschland bei 30 Prozent. Doch unter welchen Umständen arbeitet eine Wärmepumpe tatsächlich klimaneutral? Natürlich nur, sobald auch der Antriebsstrom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien wie Wind-, Solar- oder Wasserkraft stammt.

Für Planerinnen und Planer bedeutet dies: Legen Sie gemeinsam mit dem Auftraggeber bzw. der Auftraggeberin einheitliche Ziele für das Projekt „Klimaneutral Heizen mit grünem Strom“ fest. Ein Ziel könnte zum Beispiel die nachhaltige Reduktion der CO2-Emissionen durch den Einsatz einer besonders innovativen Wärmepumpe der neuesten Generation sein. Sobald diese Entscheidung steht, erörtern Sie, welche staatlichen Förderprogramme beim Einsatz klimaneutraler Wärmepumpen greifen und wie man diese unter Einschluss aller Förderungskriterien beantragt. Abschließend können Sie ermitteln, welcher Stromanbieter die Erwartungen des Auftraggebers unter den Vorgaben einer Klimaneutralität und zugleich günstiger Unterhaltskosten am besten erfüllt.

Dieser Kriterienkatalog erleichtert Ihnen eine konkrete Planung Ihrer Arbeit. Weitere praktische Hinweise sowie diverse Links zum Einsatz von Wärmepumpen hat das Fraunhofer Institut für Solare Entwicklungssysteme ISE in seinem Leitthema Schlüsseltechnogien der Energiewende zusammengefasst.

Ansatz 2: Ausbau der Solarenergie

Welche Rolle spielen Solarthermie und Photovoltaik bei der Wärmewende?

Bis 2050 will die Bundesregierung den Energieverbrauch von Gebäuden um 80 Prozent reduzieren. Damit gehen einschneidende Veränderungen für künftige Bauherrinnen und Bauherren und Bauträger einher. Das seit Anfang 2021 geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG) hatte für den Bereich Solarenergie zur Folge, dass kleinere Anlagen bis 30 kWp wieder von der EEG-Umlage befreit und auch sogenannte Mieterstromprojekte künftig profitieren werden. Diese Aspekte sollten berücksichtigt und im Dialog mit dem Auftraggeber oder der Auftraggeberin aktiv kommuniziert werden.

Hervorzuheben ist jedoch auch, dass eine reine Solarthermieanlage nur in den seltensten Fällen den kompletten Wärmebedarf eines Gebäudes abdeckt. Die dazu nötigen Langzeitspeicher haben einen enormen Platzbedarf – und sind somit fast ausschließlich im ländlichen Bereich vorstell- und umsetzbar.

Im urbanen Umfeld jedoch, speziell bei der Planung und Umsetzung größerer Wohnungsbau- und Gewerbeprojekte, wird der Einsatz von Sonnenkollektoren zur Gewinnung von Wärme, aber vor allem für den klimaneutralen und nachhaltigen Betrieb von Wärmepumpen, aller Voraussicht nach entscheidend an Bedeutung gewinnen.

Einen weiteren Lösungsansatz im Bereich Sonnenenergie bieten bauliche Maßnahmen zur passiven Solarenergienutzung. Dabei ist neben einer effizienten Gebäudedämmung vor allem die Ausrichtung eines Gebäudes entscheidend. Folgerichtig sollten Türen und Fenster nach Süden ausgerichtet und ausreichend groß dimensioniert sein, um auch im Winter Sonnenstrahlen effizient aufzufangen.

Ansatz 3: Intelligente Steuerung für die Heizsysteme der Zukunft

Wie digital wird modernes Heizen in einem Smart Building?

Moderne Heizanlagen sind in der Lage, ihre Arbeit gleichermaßen ökonomisch wie ökologisch zu erledigen, denn sie passen die Betriebsweise der Heizgeräte dank digitaler Systeme optimal an die Bedürfnisse von Häusern und ihren Nutzerinnen und Nutzern an. So ermittelt der Zentralrechner eines Smart Buildings beispielsweise, bei welcher Wetterlage welches Heizsystem angesteuert wird und dafür ein anderes pausieren muss.

Darüber hinaus lassen sich sämtliche Komponenten einer solch smarten Heizungsanlage jederzeit und von überall aus per App bedienen. Das erhöht nicht nur den Komfort, sondern sorgt auch für sinkende Heizkosten. Wer mehr über die Heizsysteme der Zukunft unter Hervorhebung der Aspekte Digitalisierung und Smart Building in Erfahrung bringen möchte, sei auf die einschlägigen Fachmessen Intersolar sowie Light and Building verwiesen.

Weitere, vertiefende Informationen erhalten Sie in den Publikationen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie BDH.


#zukunftsmusik

Wo steht die Gebäudetechnik heute und wie sieht sie in Zukunft aus? Was sind aktuelle Trends und wie können sie sinnvoll und effizient eingesetzt werden? Finden Sie Antworten auf diese Fragen in anderen Beiträgen aus unserer Themenreihe #zukunftsmusik im wilo.de/blog:

Alle Beiträge entdecken