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08.09.2022

PRODUKTE & WILO-WELT

Wilo-Druckerhöhungssystem zur Außenaufstellung

Die Stadt Bräunlingen im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg hat ein neues, ca. 8 Hektar großes Wohngebiet erschlossen. Da die Mindestversorgungsdrücke zur Sicherstellung der Trink- und Löschwasserversorgung im geplanten Trinkwassernetz durch den vorhandenen Hochbehälter nicht bereitgestellt werden konnten und es bis zum Bau des neuen Hochbehälters noch einige Jahre dauert, wurde für die neue Wohnbebauung eine Übergangslösung geschaffen. Diese besteht aus einem Container, in dem leistungsfähige Pumpen von Wilo für den notwendigen Wasserdruck sorgen. Diese Lösung eines Wasserversorgungs-Containers ist schnell und einfach umzusetzen und sie bietet hohe Flexibilität.

Die Stadt Bräunlingen will wachsen und hat deshalb ein neues Wohngebiet ausgewiesen. Diese Planungen waren Anlass, die Wasserversorgung des Ortes zu überprüfen, damit diese auch für die Zukunft gesichert ist. Die Aufgabe übernahm das Ingenieurbüro Fritz Spieth aus Esslingen. Das gesamte Versorgungsnetz wurde digital abgebildet und Druck sowie Volumenstrom berechnet. Ruth Bär von Ingenieurbüro: „Aktuell sorgen Hochbehälter für den notwendigen Druck. Für die neuen Gebiete ist das aber nicht mehr ausreichend.“ Volker Koch vom Stadtbauamt Bräunlingen ergänzt: „Die Errichtung eines neuen Hochbehälters braucht einige Zeit. Das neue Wohngebiet Bregenberg wollten wir aber kurzfristig erschließen. Deshalb haben wir andere Lösungen gesucht. Schließlich bot sich eine Containerlösung mit einer Druckerhöhungsanlage als temporäre Lösung an.“

Schnelle und einfache Umsetzung

Im Frühjahr 2020 wurde mit den Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet am Bregenberg begonnen. In einem ersten Bauabschnitt entstehen hier 45 Wohneinheiten als Einfamilienhäuser und im Geschosswohnungsbau. Ein zweiter Bauabschnitt ist geplant. Während im Frühjahr 2020 als einer der ersten Erschließungsmaßnahmen die Wasserleitungen verlegt wurden, lief parallel die Planung der Druckerhöhungsstation. Diese wurde in enger Abstimmung mit der Stadt und dem Ingenieurbüro Fritz Spieth von Wilo durchgeführt.

Nach etwa einem halben Jahr Planung konnte die Anlage vor Ort installiert werden. Die Installation selbst dauerte nur einen halben Tag. Ruth Bär: „Das Fundament, ein Streifenfundament aus Beton auf einem Schotterbett, war bauseitig vorbereitet worden. Auch die Anschlüsse für die Wasserversorgung waren vorbereitet. Der fertig installierte Container musste nur noch aufgesetzt und die Anschlüsse hergestellt werden. Das ging alles sehr flott und ohne Probleme.“ Der Stromanschluss wurde erst später endgültig hergestellt.

Kompakte, leistungsfähige Technik auf kleinstem Raum

Von außen macht die Anlage einen unscheinbaren und unauffälligen Eindruck: ein Container, mit mehreren Türen, 2,65 Meter breit und 3 Meter hoch. Spannend ist das Innenleben: Die beiden Hauptelemente sind ein 4.000 Liter fassender Vorbehälter und zwei Pumpen. Der Vorbehälter dient als Reservoir zur Entlastung des bestehenden Wasserversorgungsnetzes: Gerade in verbrauchsreichen Zeiten können so Druckschwankungen reduziert werden. Auch ist weiterhin eine Trinkwasserversorgung möglich, wenn die Versorgung aus dem Leitungsnetz einmal unterbrochen sein sollte. Die beiden Pumpen arbeiten abwechselnd. Ist die eine in Betrieb, dient die zweite als Reserve. Die Pumpen der Anlage haben also hundertprozentige Redundanz.

Zur weiteren Ausstattung gehören ein Schaltschrank für die elektrische Regelung und Spannungsversorgung. Zwei thermostatisch gesteuerte, elektrische Infrarotheizpaneele, von jeweils 0,7 kW Heizleistung sorgen für die Frostfreiheit. Ein Kühlgerät zur Aufrechterhaltung der Temperatur innerhalb des Containers von max. 25 °C. Die Wände des Containers bestehen aus Sandwichblechen innen und außen mit Mineralwolle dazwischen. Für die Lüftung gibt es Lüftungsschlitze. Das Dach besteht ebenfalls aus Deckblech und einem Innenblech, und einer 40 mm Mineralwolle-Dämmung dazwischen. Selbstverständlich gibt es eine Beleuchtung und auch Steckdosen zum Anschluss elektrischer Geräte. Auch die Anschlüsse an das Strom- und Wassernetz befinden sich geschützt innerhalb des Containers.

Große Pumpleistung mit hoher Effizienz

Die Zuleitung hat einen Druck von ca. 2 bar. Für die Druckerhöhung auf den gewünschten Druck von 4 bar sorgt das System Wilo-SiBoost Smart Helix VE. Diese hocheffiziente, anschlussfertige Wasserversorgungsanlage besteht aus parallel geschalteten, vertikal angeordneten, Edelstahl-Hochdruck-Kreiselpumpen der Wilo-Baureihe Helix VE. Jede Pumpe hat einen integrierten luftgekühlten Frequenzumrichter. Die Anlage ist mit Smart Controller SCe ausgestattet. Das SCe-Schaltgerät stellt die automatische Regelung und Steuerung der Druckerhöhungsanlage sicher. Tatsächlich ist die Anlage weitgehend wartungsfrei. Entsprechend der Norm erfolgt zweimal jährlich eine Wartung durch den Wilo-Werkskundendienst.

Eine Fernüberwachung ist nicht vor-handen, aber theoretisch möglich. Volker Koch: „Der Stadt fehlt noch die entsprechende Leittechnik. Im Con-tainer ist aber schon Glasfaser verlegt, so dass wir das irgendwann nachrüsten können.“

Das Provisorium „Container“ wird vor-aussichtlich eine lange Lebensdauer haben. Volker Koch: „Die Planung und der Bau eines neuen Hochbehälters braucht Zeit. Sie ist auch abhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. So rechnen wir damit, dass wir die Containerlösung zwischen 5 bis 7 Jahre nutzen werden.“

Hygieneanforderungen werden erfüllt

Trinkwasser muss höchste Hygieneanforderungen erfüllen. Zur Desinfektion der Pumpen setzte Wilo sein ThermoDes-Verfahren ein. Dieses anerkannte Verfahren der thermischen Desinfektion wird schon im Werk zusätzlich zur chemischen Desinfektion eingesetzt. Es eliminiert effizient aktive sowie inaktive PSA-Bakterienstadien. Da es bei Lagerung, Transport und Installation zu neuen Verunreinigungen kommen kann, werden die Pumpen am Einbauort noch einmal thermisch vom Wilo-Werkskundendienst mit der Wilo-ThermoDes-Box desinfiziert.

Flexible Lösung für viele Einsatzgebiete

Dirk Böttcher, Product Portfolio Manager bei Wilo, ist an der Entwicklung der Druckerhöhungsanlage im Container, wie sie in Bräunlingen realisiert wurde, maßgeblich beteiligt. „Das Interessante ist, dass wir aus Standardmodulen schnell und einfach individuelle Lösungen zusammenstellen können. Dazu gehören zum einen die Container, die es in unterschiedlichen Größen gibt, jeweils vollständig ausgestattet mit Kühlung, Heizung und Anschlusskasten für die Stromversorgung sowie Beleuchtung und Steckdosen. Und zum anderen gehören unsere Pumpen Wilo-SiBoost Smart Helix VE dazu. Je nach Anforderung können zwei bis vier dieser Pumpen installiert werden.“

Dirk Böttcher sieht viele Einsatzgebiete für die Container: „Es gibt immer wieder Situationen, wo kurzfristig eine Druckerhöhungsanlage notwendig wird – temporär oder dauerhaft. Dieses Problem lösen wir schnell und einfach. Wir brauchen keinen Platz in Gebäuden, sondern nur etwas Fläche, die mit wenig Aufwand hergerichtet werden kann. Die Druckerhöhungsanlage mit den Wilo-Pumpen ist dann auch kein Provisorium, sondern bietet erstklassige Qualität.“

Wilo-Druckerhöhungsanlagen werden nach allgemein anerkannten Regeln der Technik in der Produktionsstätte chemisch desinfiziert. Zusätzlich werden sie auch thermisch desinfiziert, bevor sie mit verschlossenen Rohrenden sowie in einer Schutzverpackung ausgeliefert werden. Die thermische Desinfektion als Zusatz zum chemischen Desinfektionsverfahren eliminiert effizient aktive sowie inaktive PSA-Bakterienstadien. Für zusätzliche Sicherheit sorgt Wilo-ThermoDes mobil direkt am Einbauort. Der Wilo-Werkskundendienst desinfiziert die Druckerhöhungsanlage dabei mithilfe der mobilen WiloThermoDes-Box direkt vor Ort.


Alle Infos zu Wilo-ThermoDes

Seit 1955 plant und realisiert das Ingenieurbüro Fritz Spieth Projekte mit den Schwerpunkten Abwassertechnik, Verkehrswesen, Wasser-, Gas-, Strom- und Treibstoffversorgung. Dabei bietet es die Gesamtleistung aus einer Hand – bis hin zum kompletten Projektmanagement. In der Firmenhistorie wurden mehr als 250 Erschließungsprojekte durchgeführt und mehr als 600 Kilometer Straßennetz planerisch entwickelt und baulich betreut. 320 km durch das Ingenieurbüro Fritz Spieth geplante und verlegte Leitungen versorgen täglich etwa 100.000 Menschen mit Trinkwasser. Heute beschäftigt das Ingenieurbüro über 80 Mitarbeiter.