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24.08.2022

WISSEN

Klimawandel: So wappnen sich Städte vor Dürre und Flut

Titelbild für die Agriculture Zone

Flutkatastrophen, Tornados, Hitzerekorde: Extreme Wetterereignisse nehmen zu – auch in Deutschland. Der Klimawandel zeigt auf zerstörerische Weise, wozu die Natur fähig ist. Betroffen von den Wetterextremen: vor allem Städte. Wie sie sich dafür wappnen. Und welche Rolle Wilo-Pumpen und -Systeme dabei spielen.

Die Bilder der Flutkatastrophe aus dem Sommer 2021 sind nicht zu vergessen. Mehr als 180 Menschen starben in NRW und Rheinland-Pfalz in den Fluten, dazu kommen Sachschäden in Höhe von vielen Milliarden Euro. Noch immer läuft im besonders schwer getroffenen Ahrtal der Wiederaufbau, Betroffene leben seit Monaten in Notunterkünften. Erst vor wenigen Wochen zieht ein Tornado durch Bielefeld und richtet verheerende Schäden an. Die Zahl der extremen Wetterereignisse: Sie nimmt durch den Klimawandel dramatisch zu. Die Gründe dafür sind vielfältig. Von der Nutzung fossiler Brennstoffe, über die Flächenversiegelung und die Abholzung von Wäldern bis zur Viehzucht.

Das Problem: Wie hart trifft der Klimawandel Städte?

Besonders die Großstädte stellt diese Entwicklung vor große Herausforderungen. Denn: Durch eine dichte Bebauung, fehlende Grünflächen und asphaltierte Böden kann das Wasser bei starkem Regen nicht abfließen. Im Sommer entwickeln sich die Innenstädte hingegen zu Wärmeinseln, wodurch die Zahl der Hitzetoten steigt. Und die Prognosen sind düster. Bei mäßigem Klimaschutz wird die Zahl der Hitzetage in Wuppertal bis 2050 um 57,5 Prozent wachsen, in München sogar um 131,7 Prozent. Auch die Zahl der Starkregentage nimmt deutlich zu.

Die Lösungsansätze: Wie bereiten sich die Städte vor?

Und wie versuchen die Städte, diese Entwicklung zu bremsen? Mit ganz unterschiedlichen Konzepten. Die Stadt Karlsruhe verfolgt seit 2013 einen Klima-Masterplan, der über 80 Maßnahmen gegen Dürre und Hitze umfasst – mehr Gründächer im Neubau, neue Wasserflächen, zusätzliche Trinkwasserbrunnen. Sobald Straßen im Zuge von Baumaßnahmen aufgerissen werden, wird der Masterplan berücksichtigt, um die Straßen umweltfreundlicher zu gestalten, etwa durch neugepflanzte Bäume. Das Ziel: Nicht weniger als zu verhindern, dass es bis 2100 in Karlsruhe so heiß wie in Nordafrika wird.

Die Stadt Wuppertal ist durch ihre Hanglage und viele Bäche besonders gefährdet. Als Reaktion darauf hat die Stadt eine Starkregengefahrenkarte eingeführt, die den maximalen Wasserstand an jedem Punkt im Stadtgebiet sowie die Fließgeschwindigkeit und -richtung anzeigt. Doch das reicht nicht. Wuppertal hat sich deshalb auf den Weg zur Schwammstadt gemacht: Bei Starkregen soll die Stadt das Regenwasser aufnehmen, speichern und nach Bedarf, zum Beispiel in Trockenzeiten, wieder abgeben können. Wie ein Schwamm saugt sich die Stadt bei Regen voll – und wringt sich bei Hitze selbst aus. Mit dem Konzept ist Wuppertal bei Weitem nicht allein. Die Berliner Wasserbetriebe wollen bis 2024 über 300.000 Kubikmeter Zwischenspeicher bauen. Notwasserwege und Zisternen gehören ebenso zum Konzept.

Der Wilo-Beitrag: Welche Rolle spielen Pumpen und Pumpensysteme?

Egal, ob Karlsruhe, Wuppertal oder Berlin: Die Konzepte der deutschen (Groß-)Städte sollen die Folgen des Klimawandels abmildern. Doch während es deutschen Städten vor allem darum geht, Flutkatastrophen zu verhindern, stehen Städte im Ausland vor einem zusätzlichen Problem: der Wasserknappheit. Klar ist auch: In beiden Extremfällen – Wassermassen und Wassermangel – spielen Pumpen und Pumpensysteme eine Rolle. Immerhin bewegen sie das Wasser in die Stadt oder aus der Stadt heraus. Und auch über Energieeinsparungen kann moderne Pumpentechnik die Umwelt schützen. Durch den Austausch von alten, ungeregelten Pumpen durch hocheffiziente Pumpen lassen sich bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Das freut nicht nur die Umwelt, sondern – vor allem in Zeiten hoher Energiepreise – auch den Geldbeutel. Der Pumpentausch ist eine geringinvestive und kurzfristige Gegenmaßnahme mit hohem Einsparpotenzial.

Und konkret? Drei Beispiele, wie Wilo-Pumpen und -Pumpensysteme Städten dabei helfen, sich für den Klimawandel zu wappnen:

Mumbai Monsoon

Beispiel 1: Mumbai, Indien

Im Rahmen des Projekts „Brihanmumbai Sturmwasserentsorgung“ stattete Wilo Pumpstationen im indischen Mumbai aus. Die Millionen-Metropole hat 29 axiale Wilo-Tauchmotorpumpen in Betrieb genommen, von denen jede sechs Meter hoch ist und 6000 Liter Wasser pro Sekunde abpumpen kann, um den gewaltigen Fluten im Sommer zu begegnen. Die Pumpen sind in vier Wasserpumpstationen verbaut, um den hohen Wassermengen während der Regenzeit zu begegnen.


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Beispiel 2: Wien, Österreich

Im Jahr 2016 wurde das neue Stadion des österreichischen Erstligisten Rapid Wien feierlich eröffnet. Für die Beheizung des Rasens sowie der Klimatisierung und Heizung der Stadion-Räumlichkeiten werden Hocheffizienzpumpen von Wilo eingesetzt. Hochdruck-Kreiselpumpen der Serie Helix V und die mehrstufigen Unterwasserpumpen Wilo-Sub TWI 4 fördern Wasser aus Zisternen, in denen das Regenwasser vom Stadion-Dach gesammelt wird, auf den Rasen. Auf diese Weise kann das Regenwasser nachhaltig zur Bewässerung des Rasens genutzt werden.


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Geschäftsbericht 2020, Beyond, Obvious

Beispiel 3: Windhoek, Namibia

In Namibias Hauptstadt Windhoek kommt es immer wieder zu Dürren und Wasserknappheit. 2016 stand die Stadt kurz vor dem Wassernotstand. Um die Wasserversorgung der Stadt zu verbessern, wurden Wilo-Actun ZETOS K8- Bohrlochpumpen in den Boden eingelassen, um Grundwasser in die Stadt-Infrastruktur zu pumpen. Das Windhoek-Dürrehilfe-System hilft so der Stadt bei der Sicherung und Verteilung des Trinkwassers.


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Übrigens: Kennen Sie schon die Themenreihe #forabetterclimate? Der wilo.de/blog beschäftigt sich in gleich mehreren Beiträgen mit den Ursachen des Klimawandels, den Herausforderungen für uns als Menschheit – und auch: mit möglichen Lösungen der Klimakrise. Jetzt lesen:


Zur Themenreihe #forabetterclimate