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Rollentausch

Die Zeiten, als Lernangebote nur aus fachlichen Themen und Inhalten bestanden, sind vorbei. Heute bestimmen neben fachlichem Können weitere Kompetenzen, was eine die solide Fachkraft ausmacht. Dementsprechend ist auch das Lern- und Ausbildungsangebot anders. Wurden die Ausbildungsinhalte während vieler Jahrzehnte fachlogisch strukturiert angeboten, sind Lernsituationen heute den Anforderungen zur Durchführung von Kundenaufträgen verpflichtend.
Das hat dazu geführt, dass in der Ausbildung auch ökonomische, kommunikative und andere Aspekte als Bestandteile beruflichen Handelns zu berücksichtigen sind. Vor diesem Hintergrund sind Rolle und Funktion der Materialien / Medien und Methoden zur lernfeldorientierten Ausbildung neu zu betrachten.

Dem Angebot liegt das Ziel einer umfassenden beruflichen Handlungsfähigkeit zugrunde. Sie wird in aktiver Auseinandersetzung mit der gegenständlichen und sozialen Umwelt erworben.

Experimentelles Equipment wie die Wilo-Brain Box unterstützt handlungsorientiertes Lernen. Hierbei sind auch Methoden wie Rollenspiele, Gruppenarbeit, Präsentationen, Experteninterviews und die Nutzung der Neuen Medien integraler Bestandteil.

Und noch etwas hat sich geändert: War der Ausbilder und Berufsschullehrer früher fast ausschließlich derjenige, der alles wusste und vermittelte, was gelernt werden sollte, bestimmt gegenwärtig immer mehr das selbst organisierte Lernen die Ausbildung. Lehrkräfte müssen daher verstärkt beraten, Impulse geben und organisieren.

Aktiv lernen durch Handeln

In der Berufspädagogik gilt als Konsens, dass die Ausbildung handlungsorientiert an arbeits- und berufsnahen Aufgabenstellungen erfolgen soll. Im Sinne von „optimal Lernen“ ist die Wilo-Brain Box als Abbild realer Heizungsanlagen prädestiniert, hierbei eine zentrale Rolle einzunehmen. Sie bietet für unterschiedliche Lernorte und Gegebenheiten die Ausstattung und schafft die Voraussetzungen und Bedingungen, um lernen aktiv umzusetzen. Ziel des „optimal lernen“ ist es, eine handlungsorientierte und praxisrelevante bzw. -nahe Ausbildung zu ermöglichen.
Dieses Ausbildungsangebot empfiehlt sich auch, um die immer stärker erforderliche Systemkompetenz zu vermitteln: Bei zunehmender Komplexität und Abstraktheit der Lebens- und Arbeitswelt bietet sich deren verstärkter Einsatz des „anders lernen“ in der Ausbildung an.

Schüler / Auszubildende frühzeitig mit selbstständigen und eigenverantwortlichen Aufgaben zu betrauen, damit sie die Möglichkeit erhalten, rasch in zukunftsorientierte Lern- und Handlungsstrukturen hineinzuwachsen und gleichzeitig durch eine größere Selbstständigkeit eine starke Berufsmotivation entwickeln. Vor diesem übergeordneten Hintergrund bietet sich eine ausbildungsorientierte Aufbereitung und Gestaltung von Kundenaufträgen an der Wilo-Brain Box idealerweise an.

Gruppenarbeit und Präsentationen

Um kommunikative und kooperative Kompetenzen für die berufsbezogene Arbeit zu vermitteln, eignen sich besonders gut solche Methoden, mit denen Schüler lernen, Pläne zu vereinbaren, sich abzustimmen, aktiv zuzuhören, den Anderen ausreden zu lassen, Beiträge aufzugreifen etc.

Zur Veranschaulichung von Gruppenarbeit soll auf ein bereits vor Jahren implizierets Beispiel aus Reinlandpfalz verwiesen werden. Eine Schulklasse, die in Gruppen eingeteilt ist, bekommt den folgenden Auftrag:

„Welche Verluste treten beim Trafo auf und wie beeinflussen diese den Wirkungsgrad?“
Die Schüler werden zur Lösung der Aufgabe in fünf Gruppen eingeteilt. Für die Gruppenarbeit sind folgende Teilaufgaben vorgegeben:

  • Sammelt mögliche Verlustquellen eines Trafos und listet diese auf!
  • Sucht Schaltungen, mit denen die Verlustquellen bestimmt werden können!
  • Findet eine Gleichung zur Bestimmung des Trafo-Wirkungsgrades und beschreibt diesen!
  • Wie habt Ihr Eure Arbeit in der Gruppe organisiert?

Als Hilfsmittel sind gegeben: Tabellenbuch, Fachbücher und Mathematikbuch.
Wesentlich ist, dass für die Gruppenmitglieder Rollen/Funktionen benannt und vergeben werden. Die Gruppenarbeit erfolgt nach Regeln und Absprachen. In jeder der fünf Gruppen wurden folgende Rollen bzw. Funktionen besetzt:

  • Gruppensprecher
  • Protokollführer
  • Zeitnehmer
  • Zeichner
  • Präsentator.


PräsentationenPräsentationen beruhen auf dem Grundgedanken, den Lernenden den Stoff nicht „mundgerecht“ vorzuformulieren, sondern sie diesen Stoff selbstständig - einzeln oder in Kleingruppen - erarbeiten und für den Rest der Lerngruppe verständlich und systematisch aufbereitet darstellen zu lassen.
Präsentationen dienen nicht nur der Aktivierung der Lernenden im Unterricht, sondern schulen auch:

  • das Erfassen einer Aufgabe
  • ihr Wiedererkennen in diffusen Stoffbergen
  • die Unterscheidung des Wesentlichen von Unwesentlichem
  • den Umgang mit vielfältigen und ungefilterten Informationen
  • das gedankliche Durchdringen eines komplexen Stoffes
  • die Aufbereitung von Informationen
  • das verständliche Darstellen komplizierter Sachverhalte
  • das Sich-Hineinversetzen in einen fremden Zuhörer
  • die Fähigkeit des Erklärens und Verbalisierens
  • den Umgang mit Visualisierungstechniken
  • das eigene Auftreten vor Publikum
  • bei kooperativ durchgeführten Präsentationen auch die Fähigkeit der arbeitsteiligen Zusammenarbeit.

Präsentation als Teil der Gruppenarbeit
Die Präsentation von Ergebnissen aus der Gruppenarbeit bedingt bestimmte Arbeitsschritte: Vor Beginn der Gruppenarbeit sind die Aufgaben innerhalb der Gruppe eindeutig festzulegen (wer protokolliert, wer leitet das Gespräch, wer erstellt Zeichnungen, Skizzen, Fotos, wer trägt Ergebnisse vor usw.). Mögliche Darstellungsmittel können sein:

  • Umdrucke, Folien
  • Stelltafeln, Wandzeitung, Wandtafel
  • Tonbandaufzeichnungen (z. B. Experteninterview)
  • Videoaufnahmen und PowerPoint-Folien

Die wesentlichen Aufgaben des Lehrers bestehen im Bereitstellen der Arbeitsmittel, der Unterstützung bei Problemen, der Formulierung und Darstellung von technischen, arbeitsorganisatorischen und anderen Sachverhalten, der Anregung zur Weiterarbeit (Orientierungsrahmen), der Hilfestellung beim Vergleich der Aufgabenstellung und der erreichten Ziele sowie in der Koordination der Gruppenarbeitsprozesse und der Darstellung der Ergebnisse.

Rollenspiele

Das Rollenspiel ist eine Methode, vorhandene Verhaltensweisen zu überprüfen und neue zu erproben. Alltagssituationen, Probleme oder Konflikte werden im Rollenspiel dargestellt oder vorausschauend bearbeitet. Das Nachempfinden der Realität befähigt die Schüler/Auszubildende, Vorgänge und Vorgehensweisen transparent zu machen und zu analysieren.

Rollenspiele sind durch drei Phasen gekennzeichnet
In der Vorbereitungsphase erfolgt:

  • Die Festlegung des Themas
  • Die Klärung und Verteilung der Rollen
  • Die Auswahl der Kriterien für die Beobachter.

In dieser Phase erhalten die Schüler/Auszubildenden eine Darstellung der Ausgangssituation. Hierzu eignet sich ein Arbeits- und Informationsblatt.

Die in Gruppen eingeteilte Klasse erhält Informationen über die jeweiligen Rollen. Hierzu werden Rollenkarten angefertigt oder ausgegeben und besprochen. In den Gruppen werden die Spieler ausgewählt, die die Rolle bei der Durchführung spielen werden. Die Beobachtungsgruppe erstellt bzw. erhält einen Beobachtungsbogen, mit dem die Einschätzung und Bewertung des Rollenspiels vorgenommen wird.

Für die Spielphase gilt:

  • Die Rollenträger sollen sich mit der Rolle identifizieren
  • Das Rollenspiel ist ohne Unterbrechung durchzuführen.

Rollenspiele verlangen durchaus schauspielerische Fähigkeiten. Die Spieler sollen sich einerseits an das vorgegebene bzw. entwickelte Rollenprofil halten, dabei aber dennoch frei und spontan spielen und versuchen, realistisch zu sein. Es hat sich als hilfreich und ergiebig erwiesen, wenn die Rollen durch Requisiten, wie Kleidung, Bauteile usw. Unterstützung finden.

Getrennt von den Spielern verfolgen die Beobachter das Rollenspiel. Sie haben sich während der Spielphase nicht einzumischen. Entsprechend ihrem Beobachtungsbogen machen Sie sich Notizen für die spätere Auswertung.

Wenn irgendwie möglich, sollte die Spielphase auf Video aufgenommen werden. Dieses kann in der Auswertungsphase wieder eingesetzt werden, um die Deutung von Situationen zu überprüfen. Das Video hat insbesondere die Funktion, dass die Spieler sich auch selbst betrachten können.

In der Auswertungsphase werden:

  • Die Rollen von den Spielenden wieder verlassen
  • Die Erkenntnisse und Erfahrungen des Rollenspiels grundsätzlich festgehalten.

Die Regeln für die Auswertungsphase sind derart, dass sich zunächst die Spieler selbst äußern. Angestrebt wird die Herstellung einer Distanz zur gespielten Rolle.

Danach werden die Beobachter aktiv und äußern sich zum Spielverlauf und den Eindrücken. Bei Unklarheiten wird durch Rückfragen an die Spieler überprüft, ob die Beobachtungen auch dem entsprechen, was vermittelt werden sollte. Der Beobachtungsgruppe kommt beim Rollenspiel eine wichtige Position zu.
Abschließend werden im Klassenverband die Erkenntnisse und Erfahrungen festgehalten und hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis eingeschätzt. Dazu erfolgt eine Generalisierung der Erkenntnisse aus dem Rollenspiel, z. B.:

  • Wer hat eine solche Situation bereits erlebt?
  • Wie ist diese Verhaltensweise zu beurteilen?
  • Würden wir uns in einer ähnlichen Situation anders verhalten?
  • Warum gibt es derartige Verhaltensweisen?

Selbstorganisiertes Lernen

Nicht nur Arbeit und Technik haben in den vergangenen Jahren einen Wandel erfahren, auch die Sichtweise, wie man lernt, hat sich gravierend verändert: Stand früher die Wissensvermittlung durch Lehrende im Zentrum, so wird heute immer mehr selbstorganisiertes Lernen durch die Lernenden favorisiert. Die Fähigkeit und Bereitschaft zum selbstorganisierten Lernen ist daher zu entwickeln.


Anforderungen an LernendeIm selbstorganisierten Lernen gilt es, Schüler/Auszubildende in Hinblick auf folgende Handlungen einzubeziehen und zu beteiligen. Selbst organisiertes Lernen lässt sich vor allem durch das Maß an Selbstbestimmung beschreiben, in dem die Lernenden einzeln oder in Gruppen selbst entscheiden, was sie lernen und wie sie dieses Lernen organisieren.

Für die Gestaltung selbstorganisierten Lernens gelten als Orientierungen:

  • Als Ausgangspunkte von Lernprozessen dienen Problemstellungen, die für den Lernenden interessant sind und ihn motivieren, sie lösen zu wollen. Die Aneignung des Wissens soll durch das „Lösen-Wollen“ des Problems motiviert sein und steht damit sogleich in einem Anwendungskontext.
  • Die Lernumgebung soll dem Lernenden ermöglichen, mit authentischen Problemen und Situationen umzugehen. Aufgrund ihres Realitätsgehaltes und ihrer Relevanz soll sie den Lernenden dazu motivieren, neues Wissen oder neue Fertigkeiten zu erwerben.
  • Es ist zu verhindern, dass neu erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten auf einen bestimmten Kontext allein beschränkt bleiben. Beim Lernen sollten Inhalte oder Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen und unter verschiedenen Aspekten beleuchtet werden, um eine flexible Anwendung des Wissens zu fördern.
  • Problemlösungsprozesse sollen artikuliert und reflektiert werden, um die Abstrahierung von Wissen zu fördern.
  • Kooperatives Lernen und Problemlösen in Lerngruppen sollte Bestandteil möglichst vieler Lernphasen sein, ebenso wie gemeinsames Lernen und Arbeiten von Lernenden mit Experten im Rahmen situierter Problemstellungen.

Ob solche Angebote tatsächlich das anspruchsvolle selbstorganisierte Lernen effektiv auslösen, hängt zum einen in hohem Maße vom Wollen und Können der Lernenden ab. Zum anderen bedarf es der gezielten Förderung von Wissen und Können, um die Angebote nutzbar zu machen.
Den Lernenden sind bewusst Spielräume und Entscheidungsmöglichkeiten einzuräumen.

Der Berufspädagoge als Berater und OrganisatorHauptbetroffene beim selbstorganisierten Lernen sind neben den Schülern/Auszubildenden die Lehrkräfte, deren Rolle und Funktion sich geradezu dramatisch wandelt und vom Wissensvermittler zum Berater und Organisator von Lern- und Handlungsprozessen wird.
Der Lehrende muss u. a. den Lernprozess begleitende Wahrnehmungsleistungen erbringen – Zuhören, Beobachten, Verstehen –, auf die Belange der Jugendlichen eingehen, die Ideen und Ergebnisse der Lernleistungen einschätzen, diese an seinen ursprünglichen Planungsüberlegungen messen und seine situationsbezogenen Überlegungen auf die Handlungsebene übertragen. Das geschieht häufig alles unter Zeit- und Handlungsdruck. Wie kann man es dennoch schaffen? In unserem Zusammenhang „Selbstorganisiertes Lernen“ (SOL) soll auf eine ausgearbeitete und erprobte Methode mit gleichlautendem Titel verwiesen werden. Wer sich intensiv damit befassen möchte ist auf www.sd-institut.de sowie auf www.shk-lehrer.de verwiesen.

Wilo_Brain Arbeits-und Geschäftsprozesse 2.0

Arbeits- und Geschäftsprozesse

Die berufliche Bildung hat in den vergangenen Jahren zunehmend Formen der Integration des Lernens in die Arbeits- und Geschäftsprozesse in ihr Methodenrepertoire aufgenommen. Dieser Trend zur „Verzahnung“ von Arbeiten und Lernen in der betrieblichen Ausbildung beziehungsweise von Theorie und Praxis im Berufsschulunterricht setzt sich fort.

Das berufspädagogische Konzept „Lernen im und am Kundenauftrag“ ist seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt und hat sich in der Praxis bereits bewährt.

Kundenaufträge gliedern sich im Allgemeinen in die Phasen der Auftragsanalyse, Auftragsplanung, Auftragsdurchführung und Auftragsauswertung. Sie werden auch in dieser Reihenfolge in der Regel abgearbeitet. Eingeleitet wird der Kundenauftrag über einen ersten Kundenkontakt.

Dieses gilt auch für den Kundenauftrag „Optimierung von Heizungsanlagen“, der im Zentrum der folgenden Ausführungen steht.

Der Optimierung von Heizungsanlagen wird allgemein eine große Bedeutung für die Steigerung von Komfort und Energieeffizienz bescheinigt. Fasst man die wichtigsten Aussagen dazu zusammen, dann setzt die optimale Funktionsfähigkeit einer Heizungsanlage voraus, dass deren Komponenten richtig dimensioniert und gut aufeinander abgestimmt sind.

Dabei ist wesentlich, dass die Heizungsanlage mit ihren Komponenten als ein System betrachtet wird. Obwohl in der Regel einzelne Bauteile ausgesprochen hochwertig und funktional sind, nützt das wenig, wenn sie nicht richtig ausgelegt und / oder systemgerecht aufeinander abgestimmt werden. Optimierungsmöglichkeiten eröffnen sich häufig für folgende Komponenten und Merkmale:

  • Mangelhafte Bauteile (Heizkörper, Thermostatventile, MAG, hydraulischer Abgleich)
  • Dimensionierung der Pumpe
  • Unzulässiger Bypass
  • Fehlende Dämmung
  • Einstellung der Anlage
  • Wärmeerzeuger.

Die Lernsituationen

Zielsetzungen einer anderen Ausbildung fanden Einlass in die beruflichen Ordnungsmittel. Es wurden lernfeldorientierte Lehrpläne erlassen und auftragsbezogene Kurse entwickelt, die eine Ausbildung in entsprechenden Lernsituationen ermöglichen. Branchengerechte Kundenaufträge rücken in den Mittelpunkt der Ausbildung.
Solche Lernsituationen wurden auch für den Kundenauftrag „Optimierung von Heizungsanlagen“ entwickelt und dargestellt. Sie richten sich an Auszubildende – angehende Fachkräfte – und zeigen, welche Anforderungen berufliche Bildung heute stellt und welche Chancen und Möglichkeiten Lernsituationen eröffnen.

Der Kundenauftrag „Optimierung von Heizungsanlagen“ ist vorzüglich geeignet, um das Lernfeld 7 in der Berufsschule sowie Inhalte und Themen aus den korrespondierenden Kursen der Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten handlungsorientiert umzusetzen.

Für den Kundenauftrag „Optimierung von Heizungsanlagen“ wurden folgende 11 Lernsituationen entwickelt:

  • Ein Auftrag kündigt sich an (LS1)
  • Die Analyse der Heizungsanlage (LS2)
  • Das Gespräch mit dem Kunden und die Auftragserteilung (LS3)
  • Planungs- und Bestellvorgänge (LS4)
  • Druckerhaltung als Systemvoraussetzung (LS5)
  • Entlüftung - Wie und Wo? (LS6)
  • Einbau einer Hocheffizienzpumpe (LS7)
  • Nachträgliche Dämmung (LS8)
  • Hydraulischer Abgleich (LS9)
  • Inbetriebnahme und Übergabe (LS10)
  • Aufmaß und Rechnung (LS11)

Die Lernsituationen werden in der Regel jeweils mit einer Videosequenz eingeleitet, die den Auszubildenden praxisnah in die berufliche Handlung einführt.

Zu den Lernsituationen

Der Kontext von Kundenauftrag, Lernfeld und Kursen

Die berufliche Bildung hat in den vergangenen Jahren zunehmend Formen der Integration des Lernens in die Arbeits- und Geschäftsprozesse in ihr Methodenrepertoire aufgenommen. Dieser Trend zur „Verzahnung“ von Arbeiten und Lernen in der betrieblichen Ausbildung beziehungsweise von Theorie und Praxis im Berufsschulunterricht setzt sich fort.

Das berufspädagogische Konzept „Lernen im und am Kundenauftrag“ ist seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt und hat sich in der Praxis bewährt. Es bietet Lehrern wie Ausbildern die notwendige Orientierung bei der Durchführung auftragsorientierter Bildungsmaßnahmen. Das Konzept erschließt die Lernpotenziale von Kundenaufträgen und nutzt sie für überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen und in besonderem Maße für das Lernen in der Berufsschule.

Ausführliche Informationen und Hinweise für die Gestaltung der Ausbildung in Lernfeld 7 und die HPI-begutachteten Kurse IH 4/03 und IH 6/03 finden Sie im anhängenden Dokument.

Der Kundenauftrag, „Optimierung von Heizungsanlagen“ besteht aus einer Reihe von Maßnahmen, die einzeln oder kombiniert durchzuführen sind. Die Videoszenen zeigen, worum es dabei geht.

Die Heizungsanlage im Kleinen

Reale Heizungsanlagen erstrecken sich über das ganze Haus. Vieles ist nicht sichtbar, da es unter Putz liegt oder gedämmt ist. Anders die Wilo-Brain Box classic plus: Auf einem mobilen Versuchsstand sind alle wesentlichen Bauteile von Heizungsanlagen zusammengefasst. Sie sind – teilweise durchsichtig – derart durch Rohre verbunden, dass der Heizungsprozess fast vollständig nachgebildet werden kann. So ist an der Brain Box fast alles zu demonstrieren und auch fachgerecht zu beheben, was Kunden als Mängel an Heizungsanlagen beklagen. Beispiele sind:

  • Häufig wird kritisiert, dass Heizungsanlagen zu laut sind (rauschen, gluckern)
  • Manche Heizkörper werden zu heiß, andere werden so gut wie gar nicht warm
  • Falsch dimensionierte Umwälzpumpen benötigen viel Strom und werden dabei teilweise zum größten elektrischen Verbraucher im Haus.

An der Wilo-Brain Box ist zu erleben, wie solche Probleme fachgerecht zu lösen sind.

Verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck zu dem Aufbau und den Bauteilen des Experimentiersystems durch einen Klick auf die eingefügten Animationen.

Experimentieren mit der Brain-Box

Für die Wilo-Brain Box classic plus stehen 25 praxisnahe Experimente zur Verfügung, mit denen das Systemverhalten einer Heizungsanlage vom Auszubildenden unmittelbar erfahren werden kann. Die Versuche umfassen die Fachthemen

  • Pumpe und Regelung,
  • Hydraulik,
  • Druckhaltung,
  • Entlüftung und
  • Kontrolle/Wartung/Service.

Zu jedem Versuch gibt es eine ausführliche Beschreibung zu den Lernzielen, dem Versuchsaufbau, der Versuchsdurchführung und den gewonnenen Erkenntnissen. Ein Beispiel dazu finden Sie im Untermenü > P1- Rohrnetzkennlinie.

Weitere Informationen zu den Experimenten finden Sie im anhängenden Dokument „Alle Versuche im Überblick“.

Einsatzorte für die Brain-Box

Die Wilo-Brain Box wurde ab 2002 zunächst in der Herstellerschulung von SHK-Fachkräften eingesetzt. Der große Erfolg veranlasste die SHK-Fachverbände Ost zu dem Hinweis und der Bitte, die anschauliche Funktionswand auch in der Erstausbildung der Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu verwenden. Für diesen Zweck entstand eine Weiterentwicklung, die Wilo-Brain Box classic plus.

Darüber hinaus hat sich im letzten Jahrzehnt gezeigt, dass die Brain Box auch bei Informations- und Demonstrationsveranstaltungen für ein fachfremdes, aber interessiertes Publikum gut geeignet ist. Das anschaulich und nachvollziehbare Aufzeigen von Sachverhalten wie

  • Energieeinsparung durch richtige Pumpenauswahl
  • geräuschfreie Heizung durch hydraulischen Abgleich
  • komfortabler Betrieb durch richtige Dimensionierung

können durch Einrichtungen wie Stadtwerke, Energieberatungsstellen, Verbraucherzentralen aufgezeigt und Zugewinne an Energie, Geld, Nachhaltigkeit usw. kommuniziert werden.

Im vorliegenden Fall wird der Einsatz der Brain Box ausschließlich in der beruflichen Erstausbildung in Berufsschulen und Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten dargestellt.

Einsatzort Berufsschule

Einsatzort Überbetriebliche Bildungsstätte

Umgang mit der Brain-Box

Die Wilo-Brain Box mit ihrem fahrbaren Aufbau ist für die Verwendung an unterschiedlichen Orten gut geeignet. Für den Betrieb ist von den Räumlichkeiten nicht mehr gefordert als ein Stromanschluss für 220 V und die Möglichkeit, für den Behälter fünf Liter Wasser einfüllen zu können.

Der Betrieb ist gefahrlos, weil Drücke unproblematisch gering sind und Temperaturen i.d.R. 30°C nicht überschreiten. Was evtl. passieren kann, ist, dass beim Einstecken oder Lösen der Steckerverbindungen für die Durchführung der verschiedenen Versuche in unter Druck stehenden Leitungsabschnitten ein kurzzeitiges Ausströmen oder Spritzen eines Luft-Wasser-Gemisch möglich ist. Richtig nass wird dabei aber niemand.



Wilo-Brain Box classic plus. Classic plus ist das Standardangebot, welches für den Einsatz in der beruflichen Bildung ausschließlich empfohlen wird. Alle Materialien und Medien sind darauf abgestimmt.

Wilo-Brain Box mobil. Für besondere Zwecke vorrangig in der Fort- und Weiterbildung kann die Brain-Box mobil geordert werden. Sie ist sehr gut für Inhouse-Schulungen einzusetzen. Wer damit arbeitet, muss die angebotenen Materialien auf diese Box umdeuten.

Die Wilo-Brain Box wurde zu einer Zeit entwickelt, zu der analoge Techniken zentral waren. Mit der Digitalisierung hat die Technik eine neue Entwicklungsstufe erreicht. Während sich die Gestaltung der Brain Box noch an Angebotsheizungen orientierte, sind in der digitalisierten Welt nun Bedarfsheizungen gefragt. Das gilt auch für die Brain Box, der Heizungsanlage im Kleinen, die durch Digitalisierung zu einer Bedarfsheizung gemacht werden kann.

Das Digitalisierungsset im Überblick

Die Erweiterung der Wilo-Brain Box orientiert sich am Bedarf der SHK-Branche, Heizungsanlagen von Angebots- zu Bedarfsheizungen umzurüsten. Die Funktionswand Wilo-Brain wird daher zusätzlich mit digitalen Baukomponenten ausgestattet. Um zu sehen, wie die Wilo-Brain Box mit dem Digitalisierungsset ausgestattet wird und nach der Aufrüstung aussieht, gehen Sie bitte wie folgt vor:Betrachten Sie die automatisch ablaufenden Schritte, mit denen am Beginn der Präsentation die Wilo-Brain Box in der Ausgangsform, dann das Digitalisierungsset im Überblick und in der Folge die angebrachten digitalen Bauteile des Digitalisierungssets auf der Digitalisierungsleiste oder der Wilo-Brain Box gezeigt werden. Als Ergebnis ist am Ende die digitale Wilo-Brain Box zu sehen, die zu einer Bedarfsheizung im Kleinen geworden ist.

Wilo Brain Digitalisierungsset

Brain Box classic plus ohne digitale Erweiterung

Wilo Brain Digitalisierungsset

Das digitale Erweiterungsset

Wilo Brain Digitalisierungsset

Brain Box classic plus mit Anbau-Set

Wilo Brain Digitalisierungsset

Anbau-Set mit Außentemperaturfühler

Wilo Brain Digitalisierungsset

Anbau-Set mit Fensterkontaktschalter

Wilo Brain Digitalisierungsset

Anbau-Set mit Raumbediengeräten

Wilo Brain Digitalisierungsset

Anbau-Set mir Regelungseinheit

Wilo Brain Digitalisierungsset

Anbau-Set mit Stellantrieben

Wilo Brain Digitalisierungsset

Anbau-Set mit Simulation Wärmeerzeuger

Wilo Brain Digitalisierungsset

Anbau-Set mit kommunikationsfähiger Pumpe

Wilo Brain Digitalisierungsset

Die digitale Wilo-Brain Box classic plus

Das Ausbildungsangebot zur Digitalisierung der Wilo-Brain Box

Die Wilo-Brain Box classic plus ist in ihrer ursprünglichen Form eine Angebotsheizung im Kleinen. Durch Digitalisierungsmaßnahmen kann sie zu einer Bedarfsheizung gemacht werden. Das Digitalisierungsangebot umfasst 4 Lern- und Ausbildungssituationen:

  • Lern- und Ausbildungssituation 1: Der Trend zu Bedarfsheizungen
  • Lern- und Ausbildungssituation 2: Die Digitalisierung der Wilo-Brain Box
  • Lern- und Ausbildungssituation 3: Versuche zur Effektivität und Effizienz digitaler Bauteile
  • Lern- und Ausbildungssituation 4: Smart Home-Perspektive – heizungstechnisch relevante Entwicklungen im Überblick.

Materialien und Medien zum Qualifizierungsangebot

Die Wilo-Brain Ausbildungsangebote sind sogenannte Didaktische Multimediale Produkte, wie sie vom Internetportal www.foraus.de für Ausbilder/innen empfohlen werden. Sie beinhalten:

  • Aufgabenblätter
  • Informationsblätter
  • Lösungsblätter
  • Videos
  • Animationen.

Nach der Erprobung des Digitalisierungsangebots finden Sie die Materialien und Medien hier zum Download.

Wer sich über Didaktische Multimediale Produkte informieren möchte, ist auf „Best Practice: Ausbilden mit dem Lernsystem Wilo-Brain“ unter https://www.foraus.de/de/themen/foraus_107703.php verwiesen.

Lesens- und Sehenswertes zur Digitalisierung von Heizungsanlagen im Bestand zu Bedarfsheizungen

Bedarfsheizungen setzen voraus, dass Bauteile miteinander kommunizieren können. Dadurch wird es möglich, dass Heizungsanlagen bedarfsgerecht reagieren und Wärme in der angeforderten Form zur Verfügung stellen. Bedarfsheizungen sind unabhängig von der Energie, mit der sie betrieben werden. Zum Thema „Bedarfsheizungen“ hat Wilo-Brain mit der Zeitschrift SHT des Krammer-Verlags eine 4-teilige Serie vereinbart. Die bisher veröffentlichten Beiträge finden sie hier:

Teil 1: Der Trend zu Bedarfsheizungen – Vorteile der Digitalisierung von Heizungsanlagen im Bestand, SHT 4/2021, Seite 34 – 40

Teil 2: Qualifizieren für Bedarfsheizungen – Zur Steigerung der Energieeffizienz von Heizungsanlagen im Bestand, SHT 7/2021, Seite 32 – 37

„Best Practice“ ist positiv besetzt und wird in der Regel verstanden als erfolgreiches Vorgehen, bestmögliche Umsetzung oder so ähnlich. Die Verwendung des Begriffs ist in verschiedenen Fächern und Branchen anzutreffen, u.a. auch in der Berufspädagogik für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Im Wilo-Brain Netzwerk wird mit den zur Optimierung von Heizungsanlagen angebotenen Materialien seit 2008 ausgebildet. Die Brain Centren haben damit praktische Erfahrungen gemacht, die untereinander vermittelt werden: Best Practice-Beispiele werden ausgetauscht. Zur Vermeidung von Mißverständnissen und Fehlinterpretationen ist darauf hinzuweisen, dass Best Practice eine Selbstzertifizierung ist. Best Practice-Beispiele verbleiben damit auf einer subjektiven Ebene der Bewertung und Empfehlung, was als zielführend für bestes Vorgehen, optimale Umsetzung usw. angesehen wird. Andere können dabei – je nach lerntheoretischer Position – zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen.

In dem aufgezeigten Verständnis stellt Wilo-Brain seine Best Practice-Beispiele vor, die dem Kontext „Optimal Lernen“ im gleichlautenden Menü weiter vorne verpflichtet sind.

Über Best Practice-Beispiele wird kontinuierlich auf dem Portal berichtet. Folgende Beispiele stehen zur Ansicht zur Verfügung:

Das Musterhaus

Lernen wird erleichtert, wenn es einen konkreten und motivierenden Bezug hat. Das Musterhaus „Kastanienallee 14“ bietet alles, was für eine haustechnische Qualifizierung erforderlich ist: Daten und Fakten zur Bauausführung und zur Heizungsanlage, Bauzeichnungen aller Räume des Hauses mit Maßen, Angaben zum Aufbau der Bauteile und deren U-Wert-Berechnung, Norm- und Heizlastberechnungen, Berechnungen der Heizkörpergrößen, Positionierung der Heizkörper, Rohrleitungspläne, Rohrnetzberechnungen, Auswahl und Voreinstellung der Thermostatventile u. a.

Tipps und Tricks

Die Wilo-Tipps und Tricks zur Optimierung von Heizungsanlagen gelten seit Jahren als zuverlässige Begleiter der Fachkräfte auf den Baustellen. Die Tipps und Tricks für den praktischen Umgang mit Heizungsanlagen tragen dort nicht nur zur Servicequalität bei, sondern helfen bereits bei Anforderungen in der Ausbildung.

Systemcheckliste

Die Systemcheckliste erleichtert den Auszubildenen die Analyse und Dokumentation der Anlagenkomponenten und gibt ihnen die Möglichkeit, Empfehlungen für die Optimierung der Anlage auszusprechen. Des Weiteren unterstützt die Systemcheckliste eine strukturierte Vorgehensweise für die Abwicklung des Kundenauftrages.

Berechnungshilfen

Zur Optimierung von Heizungsanlagen stehen Berechnungshilfen unterschiedlicher Hersteller zur Verfügung.

App Wilo-Assistent

Die App Wilo Assistent verfügt über zahlreiche Funktionen und Hilfsmittel, die Ihnen das Leben als SHK-Fachkraft erleichtern. Die unten aufgeführten Filme geben Ihnen einen Einblick in die App-Angebote (Film 4) und zeigen Ihnen den Umgang mit der App an den Beispielen „Hydraulischen Abgleich (Film 2)“ und „Pumpenauslegung (Film 3)“. Warum der Hydraulische Abgleich zwingend erforderlich ist und welche positiven Auswirkungen er auf die Umwelt und den Geldbeutel hat, wird in dem ersten Film (Film 1) gezeigt. Diesen Film können Sie auch gerne für Ihre Kundenberatung einsetzen.
Die App „Wilo Assistent“ kann kostenlos aus den Stores „Google“ und „Apple“ bezogen werden.
Das Wilo Brain Team wünscht Ihnen viel Freude mit den Filmen und Erfolg beim Einsatz der Wilo-App Assistent.