Wem gehört Deutschlands industrielle Zukunft?
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Deutsche Familienunternehmen sind die tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Um sie vor der drohenden Erosion zu schützen, brauchen wir eine Antwort auf das KI-Zeitalter. Wie wird die Bundesrepublik zum Industrial AI Champion? Ein Essay.
Oliver Hermes ist President & Global CEO der Wilo Group, Vorsitzender des Kuratoriums der Wilo-Foundation, Honorarkonsul der Republik Kasachstan in Nordrhein-Westfalen, Stellvertretender Vorsitzender des Nah- und Mittelost-Verein e.V. (NUMOV), Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Familienunternehmen, Mitglied des Kuratoriums des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft e.V., Mitglied des Vorstands der Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI), Repräsentant der Wilo Group im Germany-UAE Business Council (GUBC) sowie Mitglied des Hochschulrates der TU Dortmund. Er ist Essayist mit Beiträgen, die in unabhängigen Medien publiziert werden.
Deutschland diskutiert intensiv über Deindustrialisierung, Fachkräftemangel und Investitionsschwäche. Weniger beachtet wird jedoch ein struktureller Zusammenhang: Der Standort verliert gleichzeitig an Attraktivität für Investitionen, hochqualifizierte Arbeitskräfte und unternehmerisches Eigentum. Zusammengenommen deutet dies auf eine graduelle Verschiebung der wirtschaftlichen Substanz hin, die über klassische Konjunkturzyklen hinausreicht.
Noch lässt sich wissenschaftlich nicht von einem „Ausverkauf Deutschlands“ sprechen. Die verfügbaren Daten zeigen jedoch mehrere Entwicklungen, die zusammengenommen ein beunruhigendes Muster ergeben.
Familienunternehmen: Das Fundament des deutschen Wohlstands
Deutschland unterscheidet sich strukturell von vielen anderen großen Volkswirtschaften durch die enorme Bedeutung familienkontrollierter Unternehmen. Nach Angaben der Stiftung Familienunternehmen sind rund 90 Prozent der privaten Unternehmen familienkontrolliert. Sie beschäftigen rund 18,3 Millionen Menschen beziehungsweise 58 Prozent der privatwirtschaftlich Beschäftigten und erwirtschaften etwa 46 Prozent des privatwirtschaftlichen Umsatzes.
Damit besitzt Deutschland einen außergewöhnlich großen Bestand an langfristig orientiertem, privat gehaltenem unternehmerischem Kapital. Dieses Eigentum ist mehr als Vermögen. Familienunternehmen verbinden Kapital typischerweise mit langfristiger Verantwortung für Standorte, Beschäftigte und Regionen. Strategische Entscheidungen werden häufig über Generationen und nicht über Quartale gedacht. Gerade deshalb ist entscheidend, welche Standortentscheidungen diese Eigentümer heute treffen.
Wettbewerbsfähigkeit: Standort Deutschland auf dem absteigenden Ast
Der Standort Deutschland verliert an Attraktivität – und dafür gibt es deutliche Warnsignale. Laut dem Länderindex Familienunternehmen der Stiftung Familienunternehmen befindet sich Deutschland im internationalen Vergleich bei zentralen Standortfaktoren am unteren Ende. Bei Steuern liegt Deutschland auf Rang 20 von 21 untersuchten Industrieländern, ebenso bei Arbeitskosten, Produktivität und Humankapital. Auch bei der Regulierung schneidet Deutschland schwach ab.
Das allein führt noch nicht zur Abwanderung eines Unternehmens. Standorterosion funktioniert subtiler. Ein Familienunternehmen verlegt selten über Nacht seinen Hauptsitz. Es entscheidet vielmehr, wo die nächste Fabrik gebaut, das nächste Forschungszentrum eröffnet oder die nächste Milliarde investiert wird.
Genau hier zeigen sich Verschiebungen. Eine ifo-Untersuchung unter rund 1.500 Unternehmen ergab, dass knapp ein Drittel plante, bestehende Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Als zentrale Belastungen werden Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten genannt.
Die Deutsche Bundesbank liefert ein dazu passendes Signal: 2025 stellten Unternehmen mit Sitz in Deutschland verbundenen Unternehmen im Ausland rund 97,5 Milliarden Euro zusätzliche Direktinvestitionsmittel zur Verfügung. Bemerkenswert ist vor allem, dass bei deutschen Industrieunternehmen die Kostensenkung mit 35 Prozent erstmals seit 2008 ein ebenso wichtiges Motiv für Auslandsinvestitionen war wie der Aufbau von Vertrieb und Kundendienst.
Dabei ist eine wichtige Einschränkung notwendig: Deutschland erhält weiterhin erhebliche ausländische Direktinvestitionen. Die Zahlen belegen daher keinen einseitigen Kapitalexodus. Sie zeigen aber eine Veränderung der Motive deutscher Industrieunternehmen. Das Problem beginnt deshalb nicht erst mit einer Werksschließung – es beginnt mit der Entscheidung, das nächste Werk nicht mehr in Deutschland zu bauen.
Wenn das Humankapital mobil wird
Kapital ist jedoch nicht der einzige mobile Produktionsfaktor. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass deutsche Auswanderer in bestimmte Zielländer überdurchschnittlich hoch qualifiziert sind. Insbesondere für die USA lässt sich eine starke positive Selektion deutscher Auswanderer und ein hoher Anteil von MINT-Qualifikationen nachweisen.
Auch die Schweiz gewinnt erheblich an Bedeutung. 2025 lebten dort nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 330.000 deutsche Staatsangehörige, etwa 32.000 mehr als zehn Jahre zuvor. Weitere rund 240.000 Deutsche lebten in Österreich. Aus diesen Zahlen lässt sich keine steuerlich oder regulatorisch verursachte „Flucht“ ableiten. Menschen wandern aus unterschiedlichsten persönlichen und wirtschaftlichen Gründen aus. Sie zeigen aber, wie mobil qualifiziertes Humankapital innerhalb moderner Volkswirtschaften geworden ist.
Humankapital und Unternehmertum sind eng miteinander verbunden. Denn nicht nur Ingenieure, Wissenschaftler und Manager können ihren Standort wechseln. Auch Eigentümer können es.
Die Suche nach der nächsten Generation
Hinzu kommt eine demografische Entwicklung von historischer Dimension. Nach dem Nachfolge-Monitoring der KfW sind mittlerweile 57 Prozent der mittelständischen Unternehmer mindestens 55 Jahre alt. Bis Ende 2029 wollen jährlich rund 109.000 Mittelständler eine Unternehmensnachfolge organisieren.
Gleichzeitig planen etwa 569.000 Unternehmer, ihren Betrieb nach dem eigenen Ausscheiden nicht weiterzuführen. Besonders bemerkenswert sind die Gründe: 47 Prozent der Unternehmer mit Stilllegungsabsichten berichten von fehlendem Interesse innerhalb der Familie. 42 Prozent nennen zu viel Bürokratie.
Damit treffen zwei Entwicklungen aufeinander: Eine historisch große Generation deutscher Unternehmer erreicht das Nachfolgealter – und gleichzeitig verliert Deutschland als Unternehmensstandort an Attraktivität. Diese Kombination ist volkswirtschaftlich brisant. Denn mit jeder nicht gelösten Nachfolge stellt sich nicht nur die Frage, wer ein Unternehmen künftig führt. Es stellt sich zunehmend auch die Frage: Wem wird es künftig gehören?
Vom Investitions- zum Eigentumsverlust
An dieser Stelle entsteht die eigentliche volkswirtschaftliche Gefahr. Wenn die nächste Generation ein Unternehmen nicht übernehmen möchte, gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: externe Nachfolge, Verkauf oder Stilllegung. Und genau hier bekommt die Diskussion um deutsches Unternehmenseigentum eine neue Dimension.
Prominente Transaktionen der vergangenen zwei Jahrzehnte zeigen, welche Größenordnungen und welche strategischen Technologien betroffen sein können:
Putzmeister, ein deutscher Weltmarktführer für Betonpumpen, wurde 2012 vom chinesischen Baumaschinenkonzern Sany übernommen.
Mit Getrag ging einer der bedeutendsten deutschen Getriebehersteller 2015 an den kanadischen Automobilzulieferer Magna.
2016 folgte ein technologisch besonders symbolträchtiger Fall: Mit KUKA übernahm der chinesische Midea-Konzern einen deutschen Spezialisten für Robotik und industrielle Automation.
2017 übernahm der amerikanische John-Deere-Konzern die Wirtgen Group, einen weltweit führenden deutschen Hersteller von Straßenbaumaschinen.
2019 ging die Erwin Hymer Group an den amerikanischen Hersteller Thor Industries.
2021/22 wechselte schließlich die Kontrolle über HELLA, einen der bedeutenden deutschen Anbieter von Lichttechnik, Elektronik und Sensorik für die Automobilindustrie, zur französischen Faurecia, heute Forvia.
2024 wurde Viessmann Climate Solutions für rund zwölf Milliarden Euro Teil des amerikanischen Carrier-Konzerns.
Vor wenigen Tagen, Mitte August 2026, wurde die geplante Übernahme von ebm-papst durch Madison Air Solutions bekannt
Diese Fälle zeigen etwas Entscheidendes: Es werden nicht nur Unternehmen verkauft, deren beste Zeit hinter ihnen liegt. Internationale Käufer interessieren sich gerade für Unternehmen, deren Technologien für die nächste industrielle Epoche besonders wertvoll sein könnten.
Das ist volkswirtschaftlich bedeutsam. Denn der Verlust unternehmerischen Eigentums muss nicht unmittelbar mit dem Verlust von Arbeitsplätzen einhergehen. Werke können bestehen bleiben, Beschäftigung kann zunächst sogar wachsen und eine internationale Übernahme kann einem Unternehmen neue Märkte, Kapital und Wachstumschancen eröffnen.
Die entscheidende Frage stellt sich häufig erst Jahre später: Wo werden die nächste Generation von Produkten entwickelt, die nächsten Milliarden investiert und die strategischen Entscheidungen getroffen? Eigentum bedeutet eben nicht nur einen Anspruch auf zukünftige Gewinne. Eigentum bedeutet langfristig auch Entscheidungsmacht über Kapitalallokation, Forschung, Standorte und Technologien.
Deutschland ist allerdings nicht nur Verkäufer – die simple Geschichte vom „Ausverkauf Deutschlands“ ist deshalb nicht tragfähig. Denn deutsche Unternehmen haben ihrerseits große ausländische Unternehmen übernommen:
Merck kaufte 2015 den amerikanischen Life-Science-Konzern Sigma-Aldrich für rund 17 Milliarden Dollar.
ZF Friedrichshafen übernahm im selben Jahr den amerikanischen Automobilzulieferer TRW Automotive für rund 12,4 Milliarden Dollar.
Knauf, selbst eines der großen deutschen Familienunternehmen, kaufte 2019 den amerikanischen Baustoffkonzern USG für rund sieben Milliarden Dollar.
Henkel übernahm 2016 die amerikanische Sun Products Corporation für rund 3,2 Milliarden Euro.
Internationale Übernahmen sind zunächst weder volkswirtschaftlich gut noch schlecht. Sie sind elementarer Bestandteil einer offenen Weltwirtschaft. Deutsche Unternehmen müssen im Ausland akquirieren können, genauso wie ausländische Unternehmen in Deutschland investieren können müssen. Entscheidend ist deshalb nicht, ob Deutschland mehr kauft, als es verkauft, sondern, welche Unternehmen, Technologien und Fähigkeiten langfristig die Eigentümerseite wechseln – und welche strategischen Folgen daraus langfristig entstehen.
Eine Übernahme eines Konsumgüterunternehmens und die Übernahme eines Robotik-, Automatisierungs-, Energie-, Sensorik- oder Kühlungsspezialisten können denselben Kaufpreis besitzen, aber eine völlig unterschiedliche strategische Bedeutung für die nächste industrielle Epoche haben. Es geht um die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, in den Schlüsselindustrien des nächsten Technologiezyklus selbst Eigentum, Kontrolle, Know-how und Wertschöpfung aufzubauen.
Eine unheilvolle Kettenreaktion
Unternehmen investieren international. Menschen wandern aus. Unternehmer verkaufen Unternehmen. Generationen wechseln. Deutsche Unternehmen kaufen ausländische Unternehmen und ausländische Unternehmen kaufen deutsche. Die Gefahr liegt in der Verbindung der Entwicklungen: Volkswirtschaftlich relevant wird es, wenn mehrere Prozesse gleichzeitig und über längere Zeit in dieselbe Richtung wirken.
Die Verschlechterung der Standortbedingungen führt zu geringeren Investitionen in Deutschland und zunehmenden Investitionen im Ausland. So wird Wertschöpfung verlagert. Hinzu kommt die Mobilität von Unternehmern und Hochqualifizierten, bei gleichzeitigem Nachfolgermangel. So steigt die Bereitschaft, Unternehmen zu verkaufen, wodurch strategisch relevante Unternehmen in die Hände internationaler Investoren gelangen. Das wäre mehr als klassische Deindustrialisierung – es wäre eine schleichende Erosion des deutschen unternehmerischen Kapitalstocks.
Die Gegenstrategie: Deutschland als Weltmeister für Industrial AI
Doch die Antwort auf diese Entwicklung kann nicht darin bestehen, internationale Kapitalströme zu begrenzen oder Unternehmensverkäufe politisch grundsätzlich zu erschweren. Die gute Nachricht: Die Entwicklung ist keineswegs unabwendbar. Deutschland besitzt einen Vermögenswert, der im globalen Wettbewerb um die nächste technologische Epoche von außerordentlicher Bedeutung werden könnte: Industrial AI.
Deutschland wird den globalen Wettbewerb um allgemeine KI-Modelle wahrscheinlich nicht gegen amerikanische und chinesische Technologiekonzerne gewinnen. Aber Deutschland besitzt etwas, das diese Unternehmen nicht ohne Weiteres replizieren können: eine weltweit einzigartige industrielle Basis aus Maschinenbau, Automatisierung, Elektrotechnik, Energie-, Wasser- und Gebäudetechnik, Robotik, Sensorik, Mobilität und industrieller Produktion. Und genau dort könnte die nächste große Phase der künstlichen Intelligenz stattfinden.
Industrial AI sollte dabei nicht nur als Einsatz künstlicher Intelligenz in industriellen Prozessen verstanden werden. Es geht um drei Dimensionen: Embed AI, Enable AI, Embrace AI.
Embed AI: Embed AI bedeutet, künstliche Intelligenz direkt in industrielle Produkte, Systeme und Lösungen zu integrieren. Konkret: Maschinen werden intelligenter. Pumpen optimieren ihren eigenen Betrieb. Produktionsanlagen erkennen Abweichungen, bevor Fehler entstehen. Gebäude steuern Energieflüsse autonom. Industrielle Systeme lernen aus ihrem Betrieb und passen sich selbstständig an veränderte Bedingungen an. Hier besitzt Deutschland einen möglicherweise entscheidenden Vorteil. Deutsche Industrieunternehmen verfügen über jahrzehntelanges Anwendungswissen, installierte Produktbasen, industrielle Daten und tiefes Verständnis physikalischer Prozesse. Dieses Domain Knowledge lässt sich nicht einfach durch ein großes Sprachmodell ersetzen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Deutschland das nächste ChatGPT entwickelt, sondern, ob deutsche Unternehmen die intelligentesten Produkte, Systeme und Lösungen der Welt entwickeln.
Enable AI: Künstliche Intelligenz existiert nicht im luftleeren Raum. Rechenzentren benötigen Energie, Kühlung, Pumpen und Ventilatoren, Wasser- und Gebäudetechnik. Sie benötigen Stromversorgung, Automatisierung, Sensorik und industrielle Infrastruktur. Der enorme Ausbau der globalen KI-Infrastruktur erzeugt damit Nachfrage nach genau jenen Technologien, in denen deutsche Industrieunternehmen traditionell stark sind. Deutsche Industrieunternehmen können deshalb nicht nur Anwender künstlicher Intelligenz sein. Sie befähigen das KI-Zeitalter mit ihren Produkten und Technologien überhaupt erst.
Embrace AI: Embrace AI bedeutet, künstliche Intelligenz konsequent in den eigenen Unternehmensprozessen einzusetzen. Entwicklung, Einkauf, Produktion, Logistik, Vertrieb, Service und Verwaltung können durch KI produktiver und effizienter werden. Gerade für ein Land mit hohen Arbeitskosten und einer alternden Bevölkerung ist dieser Produktivitätseffekt von enormer Bedeutung. Auf dem Nährboden des hochmodernen, in Teilen dem Industrie-4.0-Standard folgenden, aber im internationalen Vergleich zu teuren industriellen Ökosystems Deutschlands erleben Industrieunternehmen dank KI eine Renaissance.
Industrial AI: Schlüsselfaktor für Deutschlands industrielle Zukunft
Embed AI, Enable AI, Embrace AI: In dieser Verbindung liegt die eigentliche Chance. Deutschland muss nicht das Silicon Valley kopieren. Deutschland kann der weltweit führende Standort für die Verbindung von künstlicher Intelligenz und Industrie werden.
Doch Industrial AI darf nicht lediglich dazu führen, dass deutsche Unternehmen effizienter produzieren, während die entscheidenden digitalen Plattformen, Datenmodelle und Wertschöpfungsebenen wiederum anderen gehören. Die industrielle Transformation muss genutzt werden, um neue Unternehmen, neue Geschäftsmodelle und neues Eigentum entstehen zu lassen. Gleichzeitig können aus heutigen Hidden Champions die Industrial-AI-Champions der kommenden Jahrzehnte hervorgehen.
Gerade deutsche Familienunternehmen besitzen dafür besondere Voraussetzungen: Sie denken langfristig, verfügen über tiefes technologisches Wissen, besitzen internationale Kundenbeziehungen und kontrollieren Technologien, die für die Verbindung zwischen physischer und digitaler Welt entscheidend sein werden.
Deutschland sollte aber nicht nur versuchen, seinen bestehenden industriellen Kapitalstock zu verteidigen. Es sollte ihn als Ausgangspunkt für die nächste Generation unternehmerischen Eigentums nutzen. Dafür braucht es jedoch bessere Rahmenbedingungen: Unternehmenssteuern müssen international wettbewerbsfähig sein, Bürokratie muss deutlich reduziert werden, Genehmigungen müssen schneller werden, Energie muss preiswerter werden, Kapital für Wachstum muss leichter mobilisierbar sein. Vor allem aber darf Unternehmensnachfolge nicht durch steuerliche oder regulatorische Rahmenbedingungen zusätzlich erschwert werden.
Denn am Ende entscheidet der Standortwettbewerb nicht allein darüber, wo Unternehmen heute produzieren. Er entscheidet darüber, wo Unternehmer morgen investieren. Wenn Deutschland diese Eigentumsfrage nicht aktiv gestaltet, wird sie der internationale Wettbewerb beantworten. Industrial AI bietet die Chance, die Entwicklung umzukehren.
Die erste industrielle Revolution hat Deutschland zu einer Industrienation gemacht. Industrial AI entscheidet, ob Deutschland eine bleibt – oder wieder zu einer der führenden wird.
Quellen: Stiftung Familienunternehmen, ifo-Institut, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Statistisches Bundesamt, KfW