Dynamische Arbeitswelten brauchen eine anpassungsfähige Gebäudetechnik
Bürogebäude müssen für Angestellte eine Menge Komfort bieten: Intensiv genutzt werden sie hingegen nur zu einem Teil der Woche – überwiegend werktags und tagsüber. Und genau dann sind die Anforderungen an Heizung, Lüftung, Klimatisierung und die sanitären Anlagen besonders hoch. Der bewusste Umgang mit Energie ist dabei häufig nicht so ausgeprägt wie im privaten Umfeld. So bleiben beispielsweise Fenster länger unkontrolliert geöffnet, während die Heizung läuft. Die Betriebskosten trägt schliesslich das Unternehmen.
Die Verantwortung für effiziente Technik und wirtschaftlichen Betrieb liegt beim Betreiber. Im Bestand können ältere, überdimensionierte oder nicht optimal eingestellte Pumpensysteme vorkommen. Kaum vorhandene Investitionsbudgets und Unsicherheit über Energiepreisentwicklungen erschweren die Lage. Je nach Unternehmen und Gebäude müssen zudem regulatorische Vorgaben sowie Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung bei Planung und Betrieb berücksichtigt werden.
Rund 40 Prozent der Bürogebäude in Europa wurden vor 1970 errichtet und sind entsprechend energetisch sanierungsbedürftig (Quelle: Energieeffizienz des Gebäudebestands in der EU). Das europäische Ziel einer jährlichen 3-prozentigen Sanierungsrate wird mit derzeit 1 Prozent jedoch noch klar verfehlt.
Für langfristige Modernisierungsentscheidungen sollten Komfort, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit gemeinsam betrachtet werden. Dabei lohnt sich insbesondere ein Blick auf den Energiebedarf. Denn: Obwohl Büros nur rund fünf Prozent der Gebäudefläche ausmachen, liegt ihr Energiebedarf rund 1,5- bis 2-mal über dem Durchschnitt aller Gebäude. (Quelle: European Building Stock Analysis von Eurac Research, Institut für Erneuerbare Energien, ebsa_web.pdf)
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Kontaktieren Sie unsere ExpertenRundum ganzheitlich gedacht – von der Analyse bis zum laufenden Betrieb
Bürogebäude folgen klaren Nutzungsmustern: werktags, tagsüber, mit deutlich reduzierter Auslastung in den Abendstunden sowie an Wochenenden. Technische Systeme müssen diese Dynamik abbilden können. Richtig ausgelegt, lassen sich Pumpensysteme an den tatsächlichen Bedarf anpassen – ohne den Komfort aus dem Blick zu verlieren.
Wir betrachten Bürogebäude als vernetztes Gesamtsystem und bieten Pumpen und Pumpensysteme für alle zentralen Bereiche – von Heizung, Kühlung und Trinkwasserversorgung über Entwässerung und Abwasser bis zur Löschwasserversorgung.
Intelligente Regelkonzepte wie Multi-Flow-Adaption ermöglichen ein Zusammenspiel von Zubringerpumpen und Pumpen in den angrenzenden Heizkreisen von mehrgeschossigen Bürogebäuden. So können die erforderlichen Fördermengen automatisch an die wechselnde Nutzung angepasst und die Pumpen entsprechend dem aktuellen Bedarf betrieben werden.
Zentraler Ansatzpunkt in Bürogebäuden ist die Gebäudeautomation. Der Wilo-Monitor ist eine sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Gebäudeleittechnik. Mit ihm können weitere systemspezifische Daten ausgelesen, analysiert und übersichtlich dargestellt werden.
Unsere Highlight-Anwendungen für Bürogebäude
Bürogebäude stellen besondere Anforderungen an technische Systeme: Wechselnde Auslastungen treffen auf Anforderungen an Nutzerkomfort und Betriebssicherheit. Gleichzeitig gilt es, Energie und Wasser bedarfsgerecht einzusetzen.
Wasserversorgung und Druckerhöhung
Wasserdruck auch bei wechselndem Bedarf
In Bürogebäuden verändert sich der Wasserbedarf im Tagesverlauf. Morgens, in Pausen oder bei hoher Belegung ist eine zuverlässige Versorgung mit dem erforderlichen Wasserdruck gefragt. Passend ausgelegte Druckerhöhungssysteme unterstützen eine bedarfsgerechte Wasserversorgung vom Erdgeschoss bis in die oberen Etagen.
- Anpassung des Wasserdrucks an wechselnde Bedarfe
- Auslegung auf die zu versorgenden Etagen und Nutzungseinheiten
- Anpassung des Betriebs an Zeiten mit geringerer Nutzung
Heizung-, Lüftung- und Klimatechnik (HVAC)
Angenehmes Raumklima – abgestimmt auf den Büroalltag
Eine behagliche Arbeitsumgebung unterstützt Konzentration und Leistungsfähigkeit im Büro. Gleichzeitig verändert sich wetterbedingt ständig der Bedarf an Wärme und Klimatisierung im Tages- und Wochenverlauf. Elektronisch geregelte Systeme können ihre Leistung innerhalb der Auslegungsgrenzen an wechselnde Anforderungen anpassen.
- Präzise Anpassung von Volumenströmen
- Bedarfsgerechte Regelung des Energieeinsatzes
- Nahtlose Einbindung in die bestehende Gebäudeleittechnik
Trinkwasserhygiene
Trinkwasserhygiene gezielt unterstützen
In Randzeiten, an Wochenenden oder Feiertagen können längere Standzeiten in der Trinkwasserinstallation entstehen. Fachgerecht ausgelegte Zirkulations- und Spüllösungen unterstützen einen bestimmungsgemässen Betrieb – etwa durch Temperaturüberwachung, Trinkwasserzirkulation und automatisierte Spülvorgänge.
- Zentrale Überwachung der Wassertemperaturen
- Trinkwasserzirkulation innerhalb des Leitungsnetzes
- Automatisierte Spülvorgänge mit parametrierbaren Spülmengen
Abwassersammlung und -transport
Zuverlässige Entwässerung bei wechselnden Bedingungen
Bei starken Regenfällen oder plötzlichen Schauern können sich innerhalb kurzer Zeit grosse Wassermengen auf Grundstücken, Aussenflächen und Parkplätzen ansammeln. Leistungsstarke Entwässerungssysteme tragen dazu bei, dieses Wasser schnell und kontrolliert abzuleiten. Im Gegensatz dazu hängt die Menge des in Gebäuden anfallenden Abwassers von der tatsächlichen Nutzung ab und schwankt im Laufe des Tages und der Woche. Robuste Systeme sind darauf ausgelegt, den zuverlässigen Abwassertransport aus dem Gebäude heraus zu gewährleisten.
- Hohe Betriebssicherheit im vorgesehenen Anwendungsbereich
- Konzipiert für einen langlebigen, kontinuierlichen Betrieb unter den vorgegebenen Nutzungs- und Wartungsbedingungen
Löschwasserversorgung
Sicherheit für Menschen und Infrastruktur
In Bürogebäuden steht im Brandfall die Sicherheit der Mitarbeiter an erster Stelle, gefolgt vom Schutz der Arbeitsplätze, der IT-Infrastruktur und sensibler Technik. Eine zuverlässige Löschwasserversorgung unterstützt eine schnelle und kontrollierte Reaktion im Notfall und lässt sich in bestehende Gebäudetechnik integrieren sowie an das Nutzungskonzept des Gebäudes anpassen.
- Verfügbarkeit im Brandfall
- Bereitstellung von Druck und Volumenstrom nach Bedarf
- Integration in bestehende Sicherheitskonzepte
Regenwassernutzung
Nutzung von Regenwasser für den Gebäudebetrieb
Das von Dachflächen gesammelte Regenwasser kann für den Gebäudebetrieb genutzt werden, beispielsweise für die Toilettenspülung oder die Bewässerung von Grünflächen. Dadurch lässt sich der Trinkwasserbedarf für diese Zwecke senken
- Nutzung von Regenwasser für Toiletten oder die Bewässerung von Grünflächen
- Mögliche Senkung des Trinkwasserbedarfs
- Integration in bestehende Technik- und Nutzungskonzepte matisierte Spülvorgänge mit parametrierbaren Spülmengen
Erfolgreiche Projekte aus ganz Europa
Unsere Referenzen zeigen, wie moderne Pumpen- und Systemtechnik in Bürogebäuden im Bestand ebenso wie im Neubau eingesetzt werden kann, um den Betrieb bedarfsgerecht und wirtschaftlich zu unterstützen.
Bürogebäude „Staal-Kade“ in Amsterdam, Niederlande
Bürogebäude Staal-Kade in Amsterdam, Niederlande
Ein Gebäude mit Geschichte: Entworfen in den 1960er Jahren von dem Architekten Arthur Staal, wurde der Bau 2023 umfassend modernisiert und im Zuge der Sanierung mit dem 2024er BREEAM-„Outstanding“-Zertifikat für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet. Ein zentrales Element der Erneuerung war die Integration einer Regenwassernutzungsanlage. Sie sammelt und bereitet Niederschlagswasser auf, das im Gebäudebetrieb unter anderem für die WC-Spülung genutzt wird.
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Dadurch wird das Trinkwasser in den genannten Anwendungen durch aufbereitetes Regenwasser ersetzt. Die Regenwassernutzung kann in Gebäude-/ESG-Bewertungssystemen berücksichtigt werden. Die Anlage ist mit einem Gründach kombiniert, das Regenwasser zurückhält. Darüber hinaus trägt das Gründach zur Dämmwirkung der Dachkonstruktion bei. Eine zusätzliche Filtration dient der Behandlung organischer Einträge. So wurde ein Bürogebäude aus dem Bestand technisch und funktional modernisiert und an heutige Anforderungen angepasst.
DATEV-Campus in Nürnberg, Deutschland
Der IT-Campus der DATEV in Nürnberg zählt zu den grössten Büro- und Verwaltungsstandorten seiner Art in Deutschland. Auf einer Gesamtfläche von rund 100.000 Quadratmetern vereint der Campus moderne Arbeitswelten mit leistungsfähiger technischer Infrastruktur, die auf einen kontinuierlichen Betrieb ausgelegt ist.
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Wilo realisierte für den Campus Systeme für Heizung, Kühlung und Klima ebenso wie für die Trinkwasserversorgung, Druckerhöhung, Entwässerung und Löschwasserversorgung.
Das Zusammenspiel aus leistungsstarker Systemtechnik, intelligenter Regelung und hoher Redundanz ist darauf ausgelegt, Komfort, Betriebssicherheit und Verfügbarkeit auch bei wechselnder Auslastung zu unterstützen.
Bürokomplex „Brain Park“ in Krakau, Polen
Brain Park gehört zu den grössten Bürostandorten in Kraków. Auf zehn oberirdischen Etagen bietet der Komplex 42.740 m² Bürofläche sowie Service- und Cateringbereiche. Flexible Flächenkonzepte und eine hohe Auslastung stellen vielfältige Anforderungen an die technische Gebäudeausrüstung.
Für Heizung, Kühlung, Trinkwasserverteilung und Entwässerung kommen Pumpensysteme zum Einsatz, die auf die unterschiedlichen Anforderungen des Gebäudes abgestimmt sind und auch bei hoher gleichzeitiger Nutzung stabile Betriebsbedingungen.
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Die Technik lässt sich zentral steuern und an wechselnde Lasten im Tages- und Wochenverlauf anpassen. So unterstützt sie einen stabilen und gut kontrollierbaren Gebäudebetrieb – auch bei hoher Auslastung und wechselnden Anforderungen.
Individuelle Servicelösungen für Bürogebäude
Technische Verfügbarkeit und Betriebsführung sind Faktoren für die Wirtschaftlichkeit von Bürogebäuden. Unsere Services beinhalten Inbetriebnahme, Wartung und Optimierungsleistungen.
Digital Solutions
Pumpen intelligent steuern, Systeme vernetzen und Betriebsdaten sichtbar machen – für mehr Transparenz und eine gezielte Optimierung des Anlagenbetriebs.
Energy Solutions
Energieeinsparpotenziale erkennen, Betriebsdaten analysieren und geeignete Massnahmen für einen energieorientierten Anlagenbetrieb ableiten.
Räume für produktives Arbeiten
Bürogebäude sind weit mehr als funktionale Räume. Sie sind Orte, an denen Menschen zusammenarbeiten, Ideen entstehen und Wertschöpfung möglich wird. Wenn technische Systeme im Hintergrund zuverlässig, leise und bedarfsgerecht arbeiten, können sie zu einer angenehmen und störungsarmen Arbeitsumgebung beitragen.
Unsere Lösungen unterstützen die technischen Anforderungen moderner Bürogebäude - im Neubau ebenso wie bei der Modernisierung bestehender Gebäude. Sie verbinden wirtschaftliche Anforderungen mit moderner Gebäudetechnik und richten den Blick auf die Menschen, die diese Arbeitswelten Tag für Tag nutzen.
FAQ | Häufig gestellte Fragen zu Lösungen für Bürogebäude
Wie lassen sich Bürogebäude im Bestand effizient modernisieren?
Bestandsimmobilien bieten je nach Zustand und Betriebsweise Optimierungspotenzial, da technische Anlagen häufig veraltet und in ihrer Grösse und Regelung häufig nicht auf die tatsächliche Nutzung abgestimmt sind. Eine Modernisierungsplanung kann mit der Analyse bestehender Pumpen- und Systemtechnik beginnen.
Dies geschieht über verbesserte Systemeinstellungen. Durch bedarfsgerechte Regelung, digitale Transparenz und die schrittweise Weiterentwicklung vorhandener Technik können Betriebskosten und Komfort gezielt berücksichtigt sowie regulatorische Anforderungen in der Planung unterstützt werden. Dabei lässt sich bestehende Technik häufig weiter nutzen und schrittweise ergänzen, bevor ein vollständiger Austausch geprüft wird.
Welche Rolle spielt Monitoring im Betrieb von Bürogebäuden?
Monitoring schafft Transparenz über den tatsächlichen Betrieb technischer Anlagen in Bürogebäuden und kann als Grundlage für gezielte Anpassungen dienen. Besonders im Bestand kann Monitoring dabei unterstützen, ineffiziente Betriebsweisen frühzeitig zu erkennen, Wartungsmassnahmen besser zu planen und potenzielle Störungen rechtzeitig zu identifizieren. So lässt sich der Gebäudebetrieb transparenter und gezielter steuern.
Ist eine Optimierung auch ohne bestehende Gebäudeleittechnik möglich?
Ja. Auch wenn keine Gebäudeleittechnik vorhanden ist, lassen sich Pumpen und Pumpensysteme digital überwachen. Unsere Wilo-Monitor-Lösung ermöglicht die Erfassung relevanter Betriebsdaten und schafft damit die Grundlage für einen datenbasierten Betrieb.
Das ist besonders für kleinere oder ältere Bürogebäude interessant, in denen keine zentrale Gebäudeleittechnik vorhanden ist oder diese nicht modernisiert werden soll.
Wie lassen sich Komfort und Wirtschaftlichkeit im Büroalltag miteinander verbinden?
In Bürogebäuden schwanken Nutzung und Bedarf im Tages- und Wochenverlauf stark. Automatisch geregelte Systeme können die vorgesehenen Klima- und Versorgungsparameter bedarfsgerecht unterstützen. Eine bedarfsgerechte Regelung kann Lasten ausserhalb der Nutzungszeiten reduzieren. So können angenehmes Raumklima, eine bedarfsgerechte Wasserversorgung und ein wirtschaftlich ausgerichteter Betrieb sinnvoll zusammengedacht werden.
Welche Vorteile bieten bedarfsgerechte Pumpensysteme in mehrgeschossigen Bürogebäuden?
Mehrgeschossige Bürogebäude stellen besondere Anforderungen an Druckverhältnisse und Fördermengen. Bei geeigneter Auslegung kann die Regelung die Pumpenleistung anhand erfasster Lastzustände anpassen. Dazu können die Förderleistungen von Zubringerpumpen und Pumpen zur Verteilung in die unterschiedlichen Heizkreise per Multi-Flow-Adaption intelligent und nach definierten Regelparametern aufeinander abgestimmt werden.
Das kann innerhalb der projektierten Druck- und Volumenstromgrenzen zu einer gleichmässigeren Versorgung beitragen. Die bedarfsgerechte Regelung ist zudem darauf ausgelegt, unnötige Pumpenleistung zu vermeiden.
Wie unterstützen digitale Lösungen die Einhaltung regulatorischer Anforderungen?
Digitale Lösungen schaffen Transparenz über relevante Betriebs- und Verbrauchsdaten. Monitoring- und Analysewerkzeuge erfassen und dokumentieren diese Daten und können sie – abhängig von den jeweiligen regulatorischen Anforderungen – für Berichtspflichten oder technische Nachweise bereitstellen.
Darüber hinaus liefern die gewonnenen Betriebsdaten eine fundierte Grundlage für Investitionsentscheidungen und die langfristige Weiterentwicklung des Gebäudes.
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