Die Trinkwasserversorgung erfordert eine widerstandsfähige Infrastruktur
Zwischen dem Wasserwerk und der Entnahmestelle muss Trinkwasser oft lange Strecken zurücklegen und Höhenunterschiede überwinden – und dabei stets die Anforderungen an Druck, Verfügbarkeit und Wasserbeschaffenheit erfüllen. Auf diesem Weg kann aufbereitetes Trinkwasser durch Leckagen verloren gehen. Neben dem daraus resultierenden Wasserverlust können Leckagen unter bestimmten Umständen auch das Risiko einer Verunreinigung innerhalb des Rohrnetzes erhöhen.
Mikrobiologische und chemische Verunreinigungen, Sielhäute, Stagnation oder Rückfluss können die Wasserqualität beeinträchtigen und erfordern eine Kontinuitätsüberwachung der relevanten Betriebs- und Qualitätsparameter. Fernleitungen, erhebliche Höhenunterschiede, veraltete Pumpensysteme und ein Druckmanagement, das nicht auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt ist, stellen zusätzliche Anforderungen an den Netzbetrieb.
Ein zu hoher Druck kann die Rohrleitungen zusätzlich belasten und das Risiko von Undichtigkeiten erhöhen, während ein zu niedriger Druck die Versorgung innerhalb des bestimmungsgemässen Betriebsbereichs beeinträchtigen kann. Dies erfordert Systeme, die sich an unterschiedliche Lastszenarien und wechselnde Betriebsbedingungen anpassen lassen.
Auch die Bedingungen im Wasserwerk werden immer anspruchsvoller
Starke Regenfälle, anhaltende Trockenperioden und verschiedene Arten von Stoffeinträgen können die Wasserbeschaffenheit des Rohwassers beeinträchtigen und die Bedingungen für die Trinkwasseraufbereitung verändern. Neben den herkömmlichen Parametern können auch Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände, Pestizide oder Industriechemikalien eine Rolle spielen.
Viele Anlagen sind bereits seit Jahrzehnten in Betrieb. Daher gewinnen die Überprüfung der bestehenden Technik und die Abwägung möglicher Modernisierungsmassnahmen neben der digitalen Überwachung und Dokumentation des Anlagenbetriebs zunehmend an Bedeutung. Für die Trinkwasseraufbereitung bedeutet dies, dass Prozesse und Anlagentechnik so ausgelegt werden müssen, dass sie unterschiedlichen Wasserbeschaffenheiten und Betriebsbedingungen gerecht werden und gleichzeitig die geltenden rechtlichen und technischen Anforderungen berücksichtigen. Auch der Energiebedarf kann bereits in der Planungsphase berücksichtigt und während des laufenden Betriebs überwacht werden.
Die Infrastruktur für Trinkwasser neu überdenken
Ob Wassertransport, Druckregelung oder Trinkwasseraufbereitung: Gemeinsam entwickeln wir Lösungen, die genau auf Ihre Anforderungen und die vorhandene Infrastruktur zugeschnitten sind.
Jetzt Kontakt aufnehmenZum Water Management TeamUnsere Lösungen für den Wassertransport und die Aufbereitung von Trinkwasser
Die Trinkwasserversorgung beginnt schon lange bevor das Wasser aus dem Wasserhahn fliesst. Unsere Lösungen unterstützen sowohl den Transport von Wasser über grosse Entfernungen als auch ausgewählte Prozessschritte bei der Trinkwasseraufbereitung.
Wassertransport für Trinkwasser
Der Druck im Fokus. Verluste reduzieren. Netzwerke effektiv verwalten.
Trinkwasser muss oft lange Strecken zurücklegen und Höhenunterschiede überwinden – von der Wasserentnahme über das Wasserwerk bis hin zum Verteilungsnetz. Ein koordiniertes Druckmanagement spielt dabei eine entscheidende Rolle. Hochbehälter und Pumpensysteme sorgen gemeinsam für den erforderlichen Vordruck.
Pumpensysteme, die auf den tatsächlichen Bedarf ausgelegt sind, passen die Druckverhältnisse an die Anforderungen des Netzes an. Eine stufenlose Drehzahlregelung und eine abgestimmte Anlagensteuerung können dazu beitragen, Druckspitzen zu reduzieren und die Belastung der Rohrleitungsinfrastruktur zu minimieren. Dies kann auch dazu beitragen, das Risiko druckbedingter Leckagen zu verringern.
Digitale Lösungen sorgen für zusätzliche Transparenz im Netzbetrieb. Je nach eingesetzter Mess- und Systemtechnik können Betriebsdaten wie Durchflussmengen, Druckprofile und Energieverbrauch bereitgestellt und in bestehende Regelsysteme integriert werden. Diese Daten helfen den Betreibern dabei, die Betriebspunkte anzupassen und fundierte Entscheidungen über Modernisierungsmassnahmen zu treffen.
Von der Hydraulik und technischen Planung bis hin zur Modernisierung bestehender Netze begleiten wir Projekte in verschiedenen Phasen – sowohl bei Neuinstallationen als auch bei bestehender Infrastruktur.
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Trinkwasseraufbereitung
Gezielte Unterstützung bei der Aufbereitung. Koordinierte Abläufe.
In einem Wasserwerk greifen zahlreiche Aufbereitungsstufen ineinandergreift. Je nach Rohwasserqualität und Aufbereitungskonzept unterstützen wir diese Prozesse mit aufeinander abgestimmter Pumpen-, Anlagen- und Anlagentechnik. Das Spektrum reicht von der mechanischen Vorbehandlung und Entsäuerung über die Fällung und Flockung bis hin zur Filtration, der Justierung des Kalziumkarbonat-Gleichgewichts und der Desinfektion. Lösungen unserer Teilmarken Wilo Likusta, Wilo FSM und Wilo EMU Anlagenbau lassen sich in bestehende Konzepte der Aufbereitung integrieren, um projektspezifische Anforderungen zu erfüllen.
Auch zwischen den einzelnen Aufbereitungsstufen sind koordinierte hydraulische Abläufe von entscheidender Bedeutung. Wir unterstützen die Auslegung von Pumpen und Anlagen für die Zwischenförderung und die Filterrückspülung sowie für die Druckerhaltung und die Wasserspeicherung. Eine bedarfsgerechte Regelung ermöglicht es, die hydraulischen Verhältnisse an unterschiedliche Betriebsbedingungen anzupassen und den Energieverbrauch auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen. Digitale Schnittstellen und Überwachungsfunktionen sorgen zudem für Transparenz hinsichtlich der relevanten Betriebsparameter und unterstützen die Überwachung und Dokumentation des Anlagenbetriebs.
Ob für ein bestehendes Wasserwerk oder für neue Kapazitäten – wir betrachten die Anforderungen ganzheitlich: von der Pumpentechnologie und Anlagentechnik über die Verfahrenstechnik bis hin zur Integration in Regelsysteme und Servicekonzepte.
Jetzt Kontakt aufnehmenZum Water Management TeamWasserlösungen in der Praxis
Jedes Trinkwasserprojekt stellt eigene Anforderungen an den Transport und die Aufbereitung. Unsere Referenzen zeigen, wie Wilo-Lösungen weltweit in einer Vielzahl von Infrastrukturprojekten zum Einsatz kommen – vom Wassertransport über das Druckmanagement bis hin zu ausgewählten Prozessen in Wasserwerken.
Wasserversorgung für die neue Sonderwirtschaftszone Xiong'an
Druckerhöhungspumpe Rongdong
Xiong’an ist eines der grössten Stadtentwicklungsprojekte Chinas. Die Erschliessung des Gebiets Rongdong umfasst auch den Bau neuer kommunaler Infrastruktur. Die rund 2.000 Quadratmeter grosse Druckerhöhungsstation befindet sich vollständig unterirdisch. Die Zuverlässigkeit und der Energieverbrauch des Pumpensystems sind von entscheidender Bedeutung, da es das Herzstück der Druckerhöhungsanlage bildet.
Um die Wasserversorgung zu sichern und eine Energieeinsparung zu erreichen, nutzt die Station eine Kombination aus einem Unterdruck-freien Wasserversorgungssystem und einem regelbaren Speichersystem. Wilo liefert hierfür Komplettlösungen, darunter insgesamt 12 Wilo-Atmos TERA-SCH-Pumpen.
Die Druckerhöhungspumpe ist für eine Förderleistung von 1.370 Tonnen Wasser pro Stunde für das Gebiet Rongdong ausgelegt.
Weiches Wasser für die Region
Wasserwerk Moos, Deutschland
Im Wasserwerk Moos aufbereitet der Wasserversorgungsverband Bayerischer Wald Trinkwasser für 15 Gemeinden südlich der Donau. Ein wesentlicher Bestandteil des Verfahrens ist die Wasserenthärtung. Das aufbereitete Wasser wird anschliessend als das, was vor Ort als „weiches Waldwasser“ bekannt ist, in die angeschlossenen Versorgungsnetze eingespeist.
Insgesamt kommen 67 Wilo-Pumpen für die verschiedenen Prozesse im Wasserwerk zum Einsatz. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben bei der Wasseraufbereitung und -verteilung und tragen so zu einem abgestimmten Anlagenbetrieb bei.
Mit einer Aufbereitungskapazität von bis zu 400 m³ pro Stunde versorgt das Wasserwerk nach den vorliegenden Projektdaten rund 15.000 Haushalte mit enthärtetem Trinkwasser. Das Referenzbeispiel veranschaulicht, wie Pumpentechnologie in die verschiedenen Prozessstufen eines Wasserwerks integriert werden kann.
Druckerhöhungsanlage für die Aussenaufstellung
Stadt Bräunlingen, Deutschland
Die Stadt Bräunlingen im Landkreis Schwarzwald-Baar hat ein neues Wohngebiet mit einer Fläche von rund 8 Hektar erschlossen. Da die erforderlichen Mindestversorgungsdrücke für Trinkwasser und Löschwasser durch den bestehenden Hochbehälter nicht gewährleistet werden konnten – und der Bau eines neuen Behälters mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird –, wurde eine Übergangslösung umgesetzt.
Die Stadt beauftragte das Ingenieurbüro Fritz Spieth aus Esslingen mit der Überprüfung der Wasserversorgung für das Wohngebiet Bregenberg mit seinen 45 Wohneinheiten. Als Lösung wurde ein Container-Pumpenaggregat mit integrierter Druckerhöhungsanlage von Wilo umgesetzt.
Nach etwa sechsmonatiger Planungsphase wurde die Anlage bauseits verbaut. Sie ist auf eine reduzierte Wartung ausgelegt; gemäss dem aktuellen Projektplan ist die Übergangslösung für eine Betriebsdauer von 5 bis 7 Jahren bestimmungsgemäss vorgesehen. .
Dienstleistungen und Lösungen für den gesamten Lebenszyklus Ihrer Anlage
Wilo unterstützt definierte Projektphasen – von der Planung und Konzeption bis hin zur Inbetriebnahme und Wartung. Ziel ist ein bedarfsgerechter Anlagenbetrieb.
Unser Angebot auf einen Blick:
- Unterstützung bei der Planung und Konzeption (z. B. Produktauswahl, Simulationen, Dokumentation)
- Inbetriebnahme und Abnahmeprüfung
- Wartung, Reparatur und Ersatzteilservice
- Energieanalysen
- Digitale Dienste für die Überwachung des Zustands und die zustandsorientierte Wartungsplanung
- Schulungen zu Betrieb und Wartung
Mithilfe standardisierter und individuell projektierbarer Servicepakete sowie digitaler Tools lassen sich relevante Betriebsbedingungen erfassen und zur Unterstützung des Betriebs und der Wartung nutzen. Dies trägt dazu bei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen, ungeplante Ausfallzeiten zu reduzieren und einen planbaren Betrieb von Wasserwirtschaftssystemen zu gewährleisten.
Jetzt Kontakt aufnehmenZum Water Management TeamZusammenarbeit im Bereich der Wasserinfrastruktur
Trinkwasser ist etwas, das wir als selbstverständlich ansehen – zu Hause, in Städten, Krankenhäusern und in der Industrie. Doch um es dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird, müssen hinter den Kulissen viele Prozesse zusammenwirken: Das Wasser muss aufbereitet, transportiert und verteilt werden – unter Bedingungen, die von Region zu Region variieren und sich im Laufe der Zeit ändern können.
Hier kommen wir als Wassertechnikunternehmen ins Spiel. Wir unterstützen Betreiber dabei, die Trinkwasserinfrastruktur an ihre spezifischen Anforderungen anzupassen – mit Pumpen- und Anlagentechnik, digitalen Lösungen und Dienstleistungen, die auf eine systemübergreifende Zusammenarbeit ausgelegt sind.
Für uns geht es um mehr als nur einzelne Bauteile. Es geht darum, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, damit das Wasser die Menschen erreicht.
FAQ | Häufig gestellte Fragen zum Wassertransport und zur Trinkwasseraufbereitung
Wie lassen sich Druckschwankungen und Spitzenlasten in Trinkwasserleitungen bewältigen?
Der Trinkwasserbedarf schwankt im Tagesverlauf und über das Jahr hinweg erheblich. Phasen extremer Hitze können den Verbrauch erhöhen. Ein koordiniertes Druckmanagement unterstützt den Netzbetrieb. Drehzahlgeregelte Pumpensysteme für Wasserversorgungsanlagen passen die Volumenströme flexibel an und können dazu beitragen, den Druck in Zeiten erhöhten Bedarfs innerhalb des Auslegungsbereichs zu halten.
Warum ist das Druckmanagement beim Wassertransport von Trinkwasser so wichtig?
Beim Wassertransport muss der Druck sorgfältig geregelt werden. Zu hoher Druck kann Rohrleitungen beschädigen und zu Leckagen führen, während zu niedriger Druck die Sicherheit der Wasserversorgung beeinträchtigt. Eine gut durchdachte Strategie zur Druckregelung kann dazu beitragen, die druckbedingte Belastung der Infrastruktur zu reduzieren und den Wassertransport über grosse Entfernungen und bei unterschiedlichen Höhenunterschieden innerhalb des bestimmungsgemässen Betriebsbereichs zu gewährleisten.
Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Trinkwasserversorgung aus?
Der Klimawandel kann sowohl den Wasserbedarf als auch die Wasserbeschaffenheit der Wasserressourcen verändern. Hitzewellen können den Verbrauch erhöhen, während Starkregen zusätzliche Stoffe in Gewässer spülen kann. Für eine stabile Trinkwasserversorgung bedeutet dies, dass Verteilungsnetze und Wasserwerke in der Lage sein sollten, auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren.
Warum schwankt die Wasserbeschaffenheit des Rohwassers zunehmend?
Die Rohwasserqualität wird zunehmend durch externe Faktoren beeinflusst. Einleitungen aus Landwirtschaft und Industrie, Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände oder Pestizide sowie Mikroplastik können die Zusammensetzung der Wasserressourcen verändern. Gleichzeitig wirken sich Starkregen und Dürren auf die Konzentration der Inhaltsstoffe aus. Moderne Anlagen der Wasseraufbereitung sollten für definierte Schwankungen der relevanten Rohwasserparameter ausgelegt sein.
Welche Rolle spielen Pumpe bei der Wasseraufbereitung in einem Wasserwerk?
In einem Wasserwerk spielen Pumpen und Pumpensysteme in vielen Stufen der Trinkwasseraufbereitung eine zentrale Rolle. Sie fördern Wasser zwischen den Aufbereitungsstufen und unterstützen Prozesse wie die Rückspülung von Filtern und die Druckhaltung. Dies trägt dazu bei, die erforderlichen hydraulischen Bedingungen aufrechtzuerhalten, und unterstützt den bedarfsgerechten Betrieb der Anlage.
Wie lassen sich bestehende Wasserwerke und Trinkwasserleitungen modernisieren?
Viele Wasserwerke und Trinkwasserleitungen haben sich über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt. Bei der Modernisierung liegt der Schwerpunkt häufig auf der Erneuerung oder Optimierung einzelner Bauteile der Wasserinfrastruktur, um Beeinträchtigungen des laufenden Betriebs so gering wie möglich zu halten. Digitale Systeme zur Überwachung und Steuerung, die auch den Energiebedarf berücksichtigen, können die schrittweise Modernisierung der Anlagen unterstützen und relevante Betriebsparameter für eine kontinuierliche Systemoptimierung besser sichtbar machen.
Was ist der Unterschied zwischen dem Wassertransport für Trinkwasser und der Trinkwasserversorgung?
Unter Wassertransport versteht man die Beförderung grosser Wassermengen von Entnahmestellen oder Wasserwerken über Hauptleitungen zu Speicheranlagen oder zentralen Knotenpunkten des Verteilungsnetzes. Dabei müssen oft lange Strecken zurückgelegt und topografische Höhenunterschiede überwunden werden.
Die Trinkwasserversorgung erfolgt über das regionale oder kommunale Leitungsnetz. Von dort aus wird das aufbereitete Wasser über ein fein verzweigtes Rohrleitungssystem zu Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen geleitet. Während es beim Transport in erster Linie um Durchflusskapazität und Druckmanagement geht, dreht sich bei der Verteilung alles darum, den Druck innerhalb festgelegter Bereiche aufrechtzuerhalten und eine bedarfsgerechte Versorgung im gesamten vorgesehenen Versorgungsgebiet zu gewährleisten.
Lösungen entlang des Wasserkreislaufs
Unsere Lösungen decken verschiedene Phasen des Wasserkreislaufs ab – von der Entnahme und Speicherung über die Nutzung und Aufbereitung bis hin zur Rückführung in die Umwelt. Auf diese Weise unterstützen unsere Lösungen bestimmte Aufgaben im Bereich des Transports, der Aufbereitung und des Betriebs der Wasserinfrastruktur.